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05.06.2006
 
Newsletter Nr. 1/2006
 
Gynäkologische Onkologie
  1. Zweite Kurettage bei persistierender Trophoblasterkrankung.
  2. Letrozole versus Tamoxifen bei postmenopausalen Frauen mit frühem Brustkrebs.

Geburtshilfe - Perinatalmedizin

  1. Progesteron zur Verhinderung der Frühgeburt.

Reproduktionsmedizin

  1. Niedrig dosiertes Aspirin: ovarielle Reaktion und Schwangerschaftsrate.
  2. Schwere Endomtriose: Resultate bei IVF/ICSI

1. Zweite Kurettage bei persistierender Trophoblasterkrankung (PTE)?

Fünfundachtzig Patientinnen mit PTE erhielten eine zweite Kurettage. Das Vergleichkollektiv ohne eine zweite Kurettage bestand aus 209 Frauen. Bei nur 9,4% der Patientinnen führte die zweite Kurettage zu einer Heilung. 4,8% erlitten infolge der Kurettage eine größere Komplikation wie Uterusperforation und/oder Metrorrhagie.
Kommentar von Ferticonsult: Es wäre wünschenswert zu erfahren, inwieweit die 2. Kurettage zu einer Beeinträchtigung eines eventuell weiteren Kinderwunsches geführt hat. Am Klinikum Darmstadt wird keine 2. Kurettage durchgeführt.

Literatur

van Trommel NE, Massuger LF, Verheijen RH, Sweep FC, Thomas CM. The curative effect of a second curettage in persistent trophoblastic disease: a retrospective cohort survey. Gynecol Oncol. 2005 Oct;99(1):6-13.

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2. Letrozol versus Tamoxifen bei postmenopausalen Frauen mit frühem Brustkrebs.

In der Letrozol-Gruppe befanden sich 4003 und 4007 Patientinnen in der Tamoxifen-Gruppe. Nach einem medianen follow-up von 25.8 Monaten kam es zu 351 in der Letrozol- und 428 “Ereignissen“ in der Tamoxifen-Gruppe mit einem 5-Jahre krankheitsfreiem Überleben von 84,0% versus 81,4%. Letrozol reduzierte signifikant das Risiko eines, das krankheitsfreie Überleben endenden Ereignisses. Thromboembolien, Endometriumskarzinom und vaginale Blutungen traten häufiger in der Tamoxifen Gruppe auf. Unter Letrozol wurden häufiger cardiale und Skelettkomplikationen sowie Hypercholesterinämien beobachtet. Die Studie erbrachte, dass insbesondere distante Metastasierungen unter Letrozol signifikant seltener auftraten als unter Tamoxifen (ClinicalTrials.gov number, NCT00004205.) Copyright 2005 Massachusetts Medical Society.

Literatur

Paridaens R, Castiglione-Gertsch M, Gelber RD, Rabaglio M, Smith I, Wardly A, Price KN, Goldhirsch A; Breast International Group (BIG) 1-98 Collaborative Group. A comparison of letrozole and tamoxifen in postmenopausal women with early breast cancer. N Engl J Med. 2005 Dec 29;353(26):2747-57.

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3. Progesteron zur Verhinderung der Frühgeburt.

Die Studie umfasste Frauen mit einer Vorgeschichte an Frühgeburten. Bei Frauen, die in einer früheren Schwangerschaft zwischen der 20.-27,9 und der 28. und 33,9 SSW entbunden hatten, kam es unter 17-alpha-Hydroxyprogesteronkapronat zu einer signifikanten Verlängerung der Schwangerschaftsdauer. Bei Frauen, die in der vorausgegangen SS den Geburtstermin zwischen der 34. und 36,9 SSW hatten war der Effekt der Behandlung nicht signifikant. Frauen mit einer Tendenz zu einer frühen Frühgeburt (vor der 34. Woche) profitieren von einer 17-OHP-Kapronat-Behandlung.

Literatur

Spong CY, Meis PJ, Thom EA, Sibai B, Dombrowski MP, Moawad AH, Hauth JC, Iams JD, Varner MW, Caritis SN, O'Sullivan MJ, Miodovnik M, Leveno KJ, Conway D, Wapner RJ, Carpenter M, Mercer B, Ramin SM, Thorp JM, Peaceman AM, Gabbe S; National Institute of Child Health and Human Development Maternal Fetal Medicine Units Network Progesterone for prevention of recurrent preterm birth: impact of gestational age at previous delivery. Am J Obstet Gynecol. 2005 Sep;193(3 Pt 2):1127-31.

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4. Niedrig dosiertes Aspirin: ovarielle Reaktion und Schwangerschaftsrate.

In einer unselketionierten Gruppe von Patientinnen, die sich einer UIVF bzw. IVF/ICSI-Therapie unterzogen, hatte die Gabe von niedrig dosiertem Aspirin keinen günstigen Effekt auf die ovarielle Reaktion, die Qualität der Eizellen und Embryos sowie auf Schwangerschaftsrate und –verlauf. Der Anteil von Frauen mit schlechter ovarieller Reaktion war in Aspirin- und Kontrollgruppe gleich.

Literatur

Pakkila M, Rasanen J, Heinonen S, Tinkanen H, Tuomivaara L, Makikallio K, Hippelainen M, Tapanainen JS, Martikainen H. Low-dose aspirin does not improve ovarian responsiveness or pregnancy rate in IVF and ICSI patients: a randomized, placebo-controlled double-blind study. Hum Reprod. 2005 Aug;20(8):2211-4. Epub 2005 Apr 7

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5. Schwere Endomtriose: Resultate bei IVF/ICSI.

Schwere Endometriosen (Stadium III/IV) reduzieren signifikant die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer (22,6%) gegenüber leichten Endometriosen (Stadium I/II) und reiner tubarer Sterilität (40% bzw. 37%). Auch die kumulative SSR unter Einschluss von Kryozyklen war bei schwerer Endometriose reduziert gegenüber den Kontrollkollektiven. In einem früheren Newsletter hatte Ferticonsult berichtet, dass eine prolongierte Downregulation die SSR bei schweren Endometriosen verbessern kann.

Literatur

Kuivasaari P, Hippelainen M, Anttila M, Heinonen S. . Effect of endometriosis on IVF/ICSI outcome: stage III/IV endometriosis worsens cumulative pregnancy and live-born rates. Hum Reprod. 2005 Nov;20(11):3130-5. Epub 2005 Jul 8.

Rickes D, Nickel I, Kropf S, Kleinstein J.. . Increased pregnancy rates after ultralong postoperative therapy with gonadotropin-releasing hormone analogs in patients with endometriosis.Fertil Steril. 2002 Oct;78(4):757-62.

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Gerhard Leyendecker