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05.06.2006
 
Newsletter Nr. 2/2006
 
Reproduktionsmedizin
  1. Preimplantationsdiagnostik verbessert nicht die Schwangerschaftsrate bei Patientinnen mit einem erhöhten Aneuploidierisiko.
  2. Eine modifizierte Methode der Kryokonservierung von Embryonen verbessert das √úberleben nach dem Auftauen und die Schwangerschaftsrate.

Gynäkologische Endokrinologie

  1. Ovulationsinduktion mit zwei verschiedenen Dosen von Letrozol.

Postmenopause/Osteologie

  1. Calcium plus Vitamin D und das Frakturrisiko.
  2. Denosumab bei Frauen in der Postmenopause mit niedriger Knochendichte.

1. Preimplantationsdiagnostik verbessert nicht die Schwangerschaftsrate bei Patientinnen mit einem erhöhten Aneuploidierisiko.

Es handelt sich bei dieser Arbeit um eine Literatur√ľbersicht mit der Frage, ob die Pr√§implantationsdiagnostik (PID) mit der Auswahl ausgew√§hlter euploider Embryonen zu einer Steigerung der Schwangerschaftsrate (SSR) bei Patientinnen mit erh√∂htem Aneuploidierisiko f√ľhrt. Es wird in der Literatur argumentiert, dass durch (PID) die SSR bei Frauen erh√∂ht werden k√∂nne, die ein besonderes Risiko der Aneuploidie tragen, wie z.B. bei Frauen mit erh√∂htem maternalem Alter (EMA), wiederholten Fehlgeburten (WF) und wiederholtem IVF-Behandlungsversagen (BV). Es konnte best√§tigt werden, dass sich bei EMA, WF und BV tats√§chlich eine hohe Aneuploidierate findet, jedoch ist der Beweis bisher nicht erbracht, dass durch ein systematisches Anwenden von PID tats√§chlich die SSR steigt. Bevor ein solcher Beweis durch kontrollierte Studien erbracht ist, kann eine routinem√§√üige PID zur Erh√∂hung der SSR nicht empfohlen werden.

Literatur

Shahine LK, Cedars MI. Preimplantation genetic diagnosis does not increase pregnancy rates in patients at risk for aneuploidy. Fertil Steril. 2006 Jan;85(1):51-6.

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2. Eine modifizierte Methode der Kryokonservierung von Embryonen verbessert das √úberleben nach dem Auftauen und die Schwangerschaftsrate

Es wird √ľber eine Modifizierung der Technik bei der Kryokonservierung von Embryonen berichtet, die zu einer deutlich Steigerung des Prozentsatzes √ľberlebender Embryonen und auch h√∂herer Schwangerschaftsraten nach Kryokonservierung f√ľhrt. Da in der Regel in Deutschland unter strikter Wahrung des EschG keine Embryonen zur Kryokonservierung anfallen, ist dies jedoch nicht immer zu vermeiden. Das grunds√§tzliche Erlauben der Kryokonservierung von Embryonen nach EschG impliziert ihre eventuelle Notwendigkeit. Diese ist z.B. als Notkryokonservierung gegeben. Als Beipiele k√∂nnen eine akute Erkrankung der Frau aber auch eine drohende hohe Gesundheitsgef√§hrdung der Frau und der Kinder angef√ľhrt werden, im letzteren Fall, wenn ein hohes Drillingsrisiko bei Transfer von drei gut entwickelten Tag 3-Embryonen oder Blastozysten besteht.

Literatur

Kattera S, Chen C. A modified embryo cryopreservation method increases post-thaw survival with a concomitant increase in implantation. Fertil Steril. 2005 Nov;84(5):1498-504.

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3. Ovulationsinduktion mit zwei verschiedenen Dosen von Letrozol

Aromataseinhibitoren gelten bei der Ovulationsinduktion zunehmend als attraktive Alternative zu Clomiphen, da ein negativer Effekt auf das Endometrium nicht zustande kommt. In dieser randomisierten prospektiven Studie zur Superovulation kombiniert mit intrauteriner Insemination (IUI) bei Frauen unter 40 Jahren, offenen Tuben und unerf√ľlltem Kinderwunsch seit mehr als einem Jahr wurden zwei Dosen von Letrozol eingesetzt. 34 Patientinnen erhielten 2,5 mg und 38 Patientinnen 5 mg Letrozol f√ľr jeweils 5 Tage. Bei einem f√ľhrenden Follikel von 18 mm wurde zur Ovulationsinduktion HCG verabfolgt und die IUI 24 und 48 Stunden sp√§ter durchgef√ľhrt. Die Gabe von 5 mg f√ľhrte zu besseren Resultaten als die von 2,5 mg. Bei gleicher Endometriumsdicke war die Anzahl der Follikel gr√∂√üer und die Schwangerschaftsrate h√∂her ( 26,3% vs 5,9%; P<0.05). Mehrlingsgravidit√§ten traten nicht auf. Offenbar ist die Dosis von 5 mg Leztrozol √ľber 5 Tage die ad√§quate Dosis.

Literatur

Al-Fadhli R, Sylvestre C, Buckett W, Tan SL, Tulandi T. A randomized trial of superovulation with two different doses of letrozole. Fertil Steril. 2006 Jan;85(1):161-4

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4. Calcium plus Vitamin D und das Frakturrisiko.

Die Wirksamkeit einer Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr zur Pr√§vention von Oberschenkel- und anderen Frakturen bleibt umstritten. 36,282 postmenopausale Frauen zwischen 50 und 79 Jahren aus der WHI-Studie wurden f√ľr die Untersuchung ausgew√§hlt. Nach dem Zufallsprinzip erhielten Frauen entweder t√§glich 1000 mg Kalziumkarbonat mit 400 IU Vitamin D3 oder Plazebo. Die √úberwachungsphase dauerte bis zu 7 Jahre. Die Gabe von Verum f√ľhrte zu einer geringen, allerdings signifikanten Anhebung der Knochendichte aber ohne signifikante Absenkung der Frakturrate. Das Risiko von Nierensteinen war erh√∂ht.

Literatur

Jackson RD, LaCroix AZ, Gass M, Wallace RB, Robbins J, Lewis CE, Bassford T, Beresford SA, Black HR, Blanchette P, Bonds DE, Brunner RL, Brzyski RG, Caan B, Cauley JA, Chlebowski RT, Cummings SR, Granek I, Hays J, Heiss G, Hendrix SL, Howard BV, Hsia J, Hubbell FA, Johnson KC, Judd H, Kotchen JM, Kuller LH, Langer RD, Lasser NL, Limacher MC, Ludlam S, Manson JE, Margolis KL, McGowan J, Ockene JK, O'Sullivan MJ, Phillips L, Prentice RL, Sarto GE, Stefanick ML, Van Horn L, Wactawski-Wende J, Whitlock E, Anderson GL, Assaf AR, Barad D; Women's Health Initiative Investigators. Calcium plus vitamin D supplementation and the risk of fractures. N Engl J Med. 2006 Feb 16;354(7):669-83.

5. Denosumab bei Frauen in der Postmenopause mit niedriger Knochendichte.

RANKL (receptor activator of nuclear factor-kappaB ligand) ist f√ľr die Differenzierung, Aktivierung und Lebensdauer von Osteoklasten essentiell. Der humane monoklonale Antik√∂rper Denosumab bindet mit hoher Affinit√§t und Spezifit√§t an RANKL und verhindert somit dessen Wirkung. Die Wirksamkeit und Sicherheit von subkutan appliziertem Denosumab wurde bei 412 Frauen mit reduzierter Knochendichte √ľber die Dauer von 12 Monaten √ľberpr√ľft. Die Frauen erhielten randomisiert entweder Denosumab, orales Alondronat oder Placebo. Unter Denosumab erh√∂hte sich je nach Dosis die Knochendichte der Lumbalwirbel um 3 bis 6,7% (Alendronat: plus 4,6%; Plazebo: minus 0,8%), die der H√ľfte um 1,9 bis 3,6% (Alondronat; plus 2,1%; Plazebo: minus 0,6%) und am distalen Radius 0,4 bis 1,3% (Alondronat: minus 0,5%; Plazebo: minus 2,0%). Drei Tage nach Initiierung der Gabe von Denosumab kam es zu einer nahezu maximalen Suppression der Serum-Spiegel von C-Telopeptid (erfasst das Knochen-Turn-over). Denosumab k√∂nnte sich als wirksames Medikament zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose erweisen.

Literatur

McClung MR, Lewiecki EM, Cohen SB, Bolognese MA, Woodson GC, Moffett AH, Peacock M, Miller PD, Lederman SN, Chesnut CH, Lain D, Kivitz AJ, Holloway DL, Zhang C, Peterson MC, Bekker PJ; AMG 162 Bone Loss Study Group. Denosumab in postmenopausal women with low bone mineral density. N Engl J Med. 2006 Feb 23;354(8):821-31.

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Gerhard Leyendecker