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26.09.2006
 
Newsletter Nr. 5/2006
 
  1. Ovulationsinduktion mit Clomiphen (CC) und Clomiphen plus Dexamethason (DEX) bei PCOS.
  2. Rezidivrate der Endometriose nach ovarieller Überstimulation
  3. Endometriose und die Appendix
  4. In vitro Fertilization mit Transfer einer Blastozyste

1. Ovulationsinduktion mit Clomiphen (CC) und Clomiphen plus Dexamethason (DEX) bei PCOS

Bei 80 CC resistenten infertilen Frauen mit PCOS wurden randomisiert verabfolgt: CC 100 mg/die von Tag 3 bis 7 und 2mg/die DEX von Tag 3 bis 12 (Gruppe 1). Die andere Gruppe erhielt CC plus Plazebo (Folsäure-Tabletten) (Gruppe 2). Das Hauptkriterium war das Auftreten von Ovulationen. Bewertet wurden auch die Zahl der Follikel über 18 mm, die Endometriumsdicke und die Schwangerschaftsrate. 10.000 E HCG wurden verabfolgt bei einem vaginalsonographischen Durchmesse von 18 mm mindestens eines Follikels. VZO wurde angeraten. Zwischen den beiden Gruppen gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied hinsichtlich der Dauer der Infertilität, des BMI, der Waist-hip-ratio (WHR), des Zyklusgeschehens, des Hirsutismus, von DHEAS im Blut oder des Zeitpunktes der HCG-Gabe. Die mittlere Anzahl von Follikeln über 18 mm am Tag der HCG-Gabe und die mittlere Endometriumsdicke waren in der DEX-Gruppe signifikant größer (p<0,05). Ovulations- (75 versus 15%; p<0,01) und Schwangerschaftsrate (40 versus 5%; p<0,05) waren ebenfalls in der DEX-Gruppe größer. DEX wurde sehr gut toleriert eine zeigte keine Nebenwirkungen. Es bestand ein signifikanter Unterschied zwischen Respondern und Nicht-Respondern hinsichtlich Oligomenorrhoe, Amenorrhoe oder Hirsutismus. Der positive Effekt von DEX erscheint unabhängig von BMI oder WHR. Die Studie zeigt, dass die Gabe von CC und DEX (kurze und hochdosierte Gabe) in CC-negativen Patientinnen mit PCOS die Ovulations- und Schwangerschaftsrate signifikant erhöht.

Literatur

Elnashar A, Abdelmageed E, Fayed M, Sharaf M. Clomiphene citrate and dexamethazone in treatment of clomiphene citrate-resistant polycystic ovary syndrome: a prospective placebo-controlled study. Hum Reprod. 2006 Jul;21(7):1805-8. Epub 2006 Mar 16.

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2. Ist die Endometrioserezidivrate nach ovarieller Überstimulation erhöht?

Die retrospektive Studie erstreckt sich über eine Zeitdauer von 1991 bis 2001. Es wurde die Frage gestellt, ob eine Erhöhung der Östradiolspiegel im Rahmen einer ovariellen Überstimulation zwecks IVF/ICSI-Behandlung die kumulative Rezidivrate (KRR) nach operierter Endometriose der Stadien III und IV erhöht. Die KRR betrug in einer großen Gruppe von Patientinnen lediglich 7%. Dies war umso erstaunlicher, als die KRR in einer Gruppe von Patientinnen, die zwecks IUI schwächer stimuliert wurden mit 70% deutlich höher war. Entgegen den Erwartungen zeigte die Studie, dass die kurzzeitige Erhöhung der Östradiolspiegel im Rahmen einer IVF/ICSI-Behandlung nicht zu einem wesentlich erhöhten Risiko der KRR einer Endometriose führt.

Literatur

D'Hooghe TM, Denys B, Spiessens C, Meuleman C, Debrock S Is the endometriosis recurrence rate increased after ovarian hyperstimulation? Fertil Steril. 2006 Aug;86(2):283-90. Epub 2006 June 6

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3. Endometriose und die Appendix

Einhundertdreiunddreißig Patientinnen mit pelvinem Dauerschmerz und möglicherweise einer Endometriose wurden laparoskopiert. Dreizehn davon waren bereits appendektomiert. Von den 120 verbleibenden Patientinnen klagten 109 Frauen über Schmerzen im unteren rechten abdominalen Quadranten. Die Prävalenz von Endometriose im Appendixbereich bei Frauen mit Endometriose betrug ca. 4%. Dies entspricht in etwa der Rate von 2.8% appendizealer Endometriose der Literatur. Die Rate von appendizealer in der Gesamtpopulation beträgt etwa 0,4%. Es besteht keine Frage, dass bei Vorliegen einer Endometriose oder bei chronischen rechten Unterbauchbeschwerden eine Endometriose der Appendix bedacht werden muss.

Literatur

Gustofson RL, Kim N, Liu S, Stratton P. Endometriosis and the appendix: a case series and comprehensive review of the literature.Fertil Steril. 2006 Aug;86(2):298-303. Epub 2006 Jul 7

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4. In vitro Fertilization mit Transfer einer Blastozyste (P+5) statt eines 6-8-Zell-Embryos (P+3).

Der ‚Single-Embryo-Transfer’ dient dem Vermeiden von Mehrlingsschwangerschaften. In dieser randomiziert-kontrollierten Studie wurden Embryonen entweder im Teilungsstadium (P+3) oder im Blastozystenstadium (P+5) bei Frauen bis zu einem Alter von 36 Jahren im Rahmen einer IVF/ICSI-Behandlung transferiert. Bei einer Interimsanalyse, die erst 50% der geplanten Zyklen umfasste, konnte die Studie bereits abgebrochen werden. Die Schwangerschaftsrate nach Blastozystentransfer war signifikant höher (p<0,02), ebenso die Rate an Geburten (32,0 vs 21,6%). Zwei monozygotische Zwillingsschwangerschaften wurden beobachtet – erstaunlicherweise in der Gruppe des Transfers im Teilungsstadium (P+3). Die Studie zeigt, dass bei Embryotransfer eines einzelnen Embryos im Blastozystenstadium eine signifikant höhere SSR resultiert als bei Transfer eines einzelnen Embryos im Teilungsstadium.

Kommentar von Ferticonsult: Eine ausführliche Diskussion des Vorteils eines Blastozystentransfers auch unter den Bedingungen des EschG wird in www.gynaktuell.de und www.Klinikum-Darmstadt.de gegeben („Kleine Broschüre“)

Literatur

Papanikolaou EG, Camus M, Kolibianakis EM, Van Landuyt L, Van Steirteghem A, Devroey P. In vitro fertilization with single blastocyst-stage versus single cleavage-stage embryos. N Engl J Med. 2006 Mar 16;354(11):1139-46.

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Gerhard Leyendecker