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24.05.2007
 
Newsletter Nr. 3/2007
 
  1. Anti-Müllerian-Hormon (AMH) und ovarielles Ansprechen auf Gonadotropine.
  2. Moderat erhöhtes FSH und ovarielles Ansprechen auf Gonadotropine.
  3. Vorbehandlung mit Östrogenen bei Klimakterium Praecox. Ovarielles Ansprechen auf Gonadotropine.
  4. Mildere ovarielle Stimulation – bessere Embryonen.

1. Anti-Müllerian-Hormon (AMH) und ovarielles Ansprechen auf Gonadotropine.

AMH gilt als Indikator für die ovarielle Reserve. Da es keine zyklische Fluktuation zeigt, kann dieser Marker in jeder Zyklusphase bestimmt werden. Lagen die Werte unter 0,4 ng/ml (untere Quartile), so zeigte sich ein schlechteres ovarielles Ansprechen auf Gonadotropine als bei Werten darüber. Diese Frauen waren meist älter und bedurften einer höheren Gonadotropinstimulation. Zyklusabbrüche waren in dieser Gruppe gehäuft. Bei Frauen mit Werten in der oberen Quartile (über 7 ng/ml) fand sich eine starke ovarielle Reaktion, nicht selten mit Überstimulation (OHSS). Die Studie zeigt demnach eine starke Korrelation zwischen den AMH-Spiegeln und der ovariellen Reaktion. Der Marker kann unabhängig von der Zyklusphase erfasst werden.

Literatur

La Marca A, Guilini S, Tirelli A, Bertucci E, Marsella T, Xella S, Volpe A. Anti-Mullerian hormone measurement on any day of the menstrual cycle strongly predicts ovarian response in assisted reproductive technology.Hum Reprod. 2007

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2. Moderat erhöhtes FSH und ovarielles Ansprechen auf Gonadotropine.

Moderat erhöhtes FSH an Tag 3 des Zyklus (>/= 13,03 mE/ml) führte in allen Altersgruppen von Patientinnen mit erhöhtem FSH (n=231) zu schlechteren ovariellen Reaktionen als in entsprechenden Kontrollgruppen mit normalem Tag-3 FSH (n=2.477). Die Abbruchraten waren erhöht, die Eizellausbeute war geringer, ebenso die Schwangerschaftsrate, jedoch nicht die Fertilisationsrate. Insbesondere bei Frauen über einem Alter von 40 Jahren fanden sich niedrigere Implantations- und Schwangerschaftsrate bei erhöhtem FSH im Vergleich zu altersentsprechenden Frauen mit normalen FSH-Spiegeln. Bei jüngeren Frauen mit leicht erhöhtem FSH kann ein IVF-Versuch gemacht werden, allerdings nach eingehender Beratung.

Literatur

Luna M, Grunfeld L, Mukherjee T, Sandler B, Copperman AB. Moderately elevated levels of basal follicle-stimulating hormone in young patients predict low ovarian response, but should not be used to disqualify patients from attempting in vitro fertilization. Fertil Steril. 2007 Apr;87(4):782-7.

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3. Vorbehandlung mit Östrogenen bei Klimakterium praecox. Ovarielles Ansprechen auf Gonadotropine.

50 Frauen mit Klimakterium praecox wurden randomisiert. Die Hälfte erhielt für zwei Wochen vor Beginn einer ovariellen Stimulation mit Gonadotropinen täglich 3x0,05 mg Ethynilestradiol (EE) (Gruppe 1), die andere Hälfte Plazebo (Gruppe 2). Die Medikation wurde unter der Gonadotropinbehandlung fortgesetzt. Bei einem Follikeldurchmesser von 18 mm wurde HCG zur Ovulationsinduktion verabreicht. In Gruppe 1 ovulierten 8 von 25 Frauen (32%), in Gruppe 2 keine einzige. Bemerkenswert ist, dass Ovulationen nur dann auftraten, wenn die FSH Werte auf 15 MIU/ml und darunter abgesenkt werden konnten. Resultat: Eine Vorbehandlung mit EE verbessert die Ovulationsrate unter Gonadotropinzufuhr bei Frauen mit Klimakterium praecox. Vor Beginn der Stimulation sollte gesichert sein, dass die FSH-Werte nicht über 15 mE/ml liegen.

Literatur

Tartagni M, Cicinelli E, De Perdola G, De Salvia MA, Lavopa G, Loverro G. Effects of pretreatment with estrogens on ovarian stimulation with gonadotropins in women with premature ovarian failure: a randomized, placebo-controlled trial. Fertil Steril. 2007 Apr;87(4):858-61.

4. Mildere ovarielle Stimulation – bessere Embryonen.

Es wurde untersucht, ob das ovarielle Stimulationsverfahren in der IVF-Behandlung chromosomal die Eizellen und die Embyonen beeinflussen konnte. In einer prospektiven, randomisierten Studie wurden Frauen mit dem Antagonistenschema, welches die sekundäre Follikelbildung nicht beeinflusst, und einer niedrigen Gonadotropindosis behandelt, während die Vergleichsgruppe mit dem Agonistenprotokoll und hohen Gonadotropinstimulation behandelt wurde. Ein genetisches Screening erfolgte durch die Entnahme von 1 – 2 Blastomeren im 8-Zell-Stadium. Die Studie wurde vorzeitig beendet, da eine Interimsanalyse zeigte, dass mit der milderen Stimulation weniger Aneuploidien auftraten. Zwar war die Anzahl an Eizellen und Embryonen in der Gruppe mit milder Stimulation geringer als in der anderen Gruppe, die Ausbeute an chromosomal intakten Embryonen war mit 1,8 pro Stimulation gleich. Offenbar interferiert eine milde Stimulation weniger mit der ovariellen Physiologie und führt daher zu relativ weniger chromosomalen Irrtümern.

Literatur

Eijkemans MJ, Van Opstal D, Beckers NG, Verhoeff A, Macklon NS, Fauser BC, Baart EB, Martini E. Milder ovarian stimulation for in-vitro fertilization reduces aneuploidy in the human preimplantation embryo: a randomized controlled trial. Hum Reprod. 2007 Apr;22(4):980-8.

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Gerhard Leyendecker