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25.07.2007
 
Newsletter Nr 4/2007
 
  1. Das Risiko monozygoter Zwillinge beim Blastozystentransfer
  2. Endometriosis und Polymorphismus des Arylhydrocarbonreceptorrepressor-Gens
  3. Ovarielle Reserve nach uteriner Arterienembolisation.
  4. Blastozyste und die Vorhersage einer Schwangerschaft.
  5. Bettruhe nach Embryotransfer?.

1. Das Risiko monozygoter Zwillinge beim Blastozystentransfer

Das Risiko monozygoter (eineiiger) Zwillinge bei Blastozystentransfer wurde in der Literatur erhöht angegeben gegenüber dem Auftreten bei Transfer in einem früheren Stadium der Embryonalentwicklung (z.B. Tag 2 – 3). Als Grund wurde die erhöhte Verletzlichkeit einer im Vergleich zum Teilungsembryo größeren Blastozyste angegeben, die sich möglicherweise auch bereits im Zustand des Schlüpfens befinden kann. Diese Studie zeigt nun, dass nach jahrelanger Erfahrung im Umgang mit der Blastozystenkultur die Rate monozygoter Zwillinge nicht erhöht ist.

Literatur

Moayeri SE, Behr B, Lathi RB, Westphal LM, Milki AA. Risk of monozygotic twinning with blastocyst transfer decreases over time: an 8-year experience. Fertil Steril. 2007 May;87(5):1028-32.

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2. Endometriosis und Polymorphismus des Arylhydrocarbonreceptorrepressor Gens.

Seit Jahren wird darüber spekuliert, ob Dioxin, welches als xenobiotische Substanz zu den endokrinen Disruptoren zählt, die Entstehung einer Endometriose fördert. Tierversuche und Untersuchungen am Menschen in mit Dioxin belasteten Ländern unterstützen diese Auffassung. Allerdings gibt es auch widersprüchliche Ergebnisse. Diese Studie zeigt nun, dass bei Genpolymorphismen, die zu Störungen im System der xenobiotischen Entgiftung führen, eine verstärkte Anfälligkeit für die Entwicklung einer Endometriose besteht.

Literatur

Kim SH, Choi YM, Lee GH, Hong MA, Lee KS, Lee BS, Kim JG, Moon SY. Association between susceptibility to advanced stage endometriosis and the genetic polymorphisms of aryl hydrocarbon receptor repressor and glutathione-S-transferase T1 genes. Hum Reprod. 2007 Jul;22(7):1866-70.

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3. Ovarielle Reserve nach Embolisation der Uterinarterie (UEA)

Die Autoren haben die ovarielle Reserve bei Myompatientinnen untersucht, bei denen entweder eine Hysterektomie oder eine uterine Arterienembolisation durchgeführt wurde. Beide Prozeduren führen zu einer Reduzierung der ovariellen Reserve, wie der Verlauf von FSH und AMH (Anti-Müller-Hormon) in einer 24-monatigen Kontrollphase zeigte. Bei Frauen in der späten reproduktiven Phase kann die UEA zur Menopause führen. Frauen mit Kinderwunsch sollten diesbezüglich sorgfältig beraten werden.

Literatur

Hehenkamp WJ, Volkers NA, Broekmans FJ, de Jong FH, Themmen AP, Birnie E, Reekers JA, Ankum WM. Loss of ovarian reserve after uterine artery embolization: a randomized comparison with hysterectomy. Hum Reprod. 2007 Jul;22(7):1996-2005.

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4. Blastozyste und die Vorhersage einer Schwangerschaft.

Die Autoren haben spezifische Kriterien für die Beurteilung der Qualität von Teilungsembryonen (Tag 2-3) und Embryonen im Blastozystenstadium entwickelt. Die Vorhersage einer Schwangerschaft war sicherer bei Beurteilung der Embryonen im Blastozystenstadium im Vergleich zu jüngeren Embryonen.
Kommentar von Ferticonsult: Die Blastozystenkultur ist daher von größter Bedeutung, wenn Embryonen für den Transfer ausgewählt werden dürfen. In einigen Ländern wird daher auf der Basis der Embryonenselektion der Transfer nur eines ausgewählten Embryos empfohlen (elected single embryo transfer; eSET). Dies dient dem Gesundheitsschutz von Mutter und Kind, da eine Einlingsschwangerschaft mit den geringsten Gesundheitsrisiken behaftet ist. Das deutsche Embryonenschutzgesetz (EschG) verbietet die Embryonenauswahl und bürdet Arzt und Patientin ein Lotteriespiel auf mit reduzierter Schwangerschaftsrate und unkalkulierbarem Risiko, welches auch die Drillingsschwangerschaft mit einschließt. Dennoch ist die Blastozystenkultur auch in Deutschland sinnvoll. Sie öffnet die „black box“ der Embryokultur vom Tag 3 bis Tag 5 und macht transparent, ob sich überhaupt zur Implantation befähigte Embryonen entwickeln. Dies erweitert die Perspektiven einer adäquaten Beratung und Therapieplanung. (
Kleine Broschüre; Kurzbeitrag Blastozystenkultur)
(Prof. Dr. med. Leyendecker)

Literatur

Rehman KS, Bukulmez O, Langley M, Carr BR, Nackley AC, Doody KM, Doody KJ Late stages of embryo progression are a much better predictor of clinical pregnancy than early cleavage in intracytoplasmic sperm injection and in vitro fertilization cycles with blastocyst-stage transfer. Fertil Steril. 2007 May;87(5):1041-52.

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5. Bettruhe nach Embryotransfer?

In dieser kontrollierten, randomisierten Studie zeigte sich, dass eine 30-minütige Bettruhe nach Embryotransfer nicht zu einer erhöhten Schwangerschaftsrate führte im Vergleich zu Patientinnen, die unmittelbar nach dem Transfer das Kinderwunschzentrum verließen.

Literatur

Purcell KJ, Schembri M, Telles TL, Fujimoto VY, Cedars MI. Bed rest after embryo transfer: a randomized controlled trial. Fertil Steril. 2007 Jun;87(6):1322-6.

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Gerhard Leyendecker