Ferticon  

Newsletter

Inhaltsverzeichnis

Zurück    Weiter

27.09.2007
 
Newsletter Nr. 5/2007
 
  1. Progesteron und Frühgeburtlichkeit bei Frauen mit kurzer Zervix
  2. Grundsätzliche Einführung des Blastozystentransfers
  3. Reduzierung der Anzahl der transferierten Embryos in Schweden
  4. HCG-Spiegel unter Methotrexat bei Tubargravidität

1. Progesteron und Frühgeburtlichkeit bei Frauen mit kurzer Zervix.

Eine verkürzte Zervix stellt bei symptomlosen Frauen im mittleren Schwangerschaftsdrittel ein erhöhtes Risiko für Frühgeburtlichkeit dar. Solche Frauen erhielten randomisiert Progesteron-vaginalsuppositorien (200mg/Nacht) oder Plazebo. Endpunkt war das Erreichen der 34. SSW. Spontangeburten vor der 34. Woche ereigneten sich in der Progesterongruppe signifikant seltener als in der Plazebogruppe (19,2% vs 34,4%). Es wurden keine Nebenwirkungen unter der Therapie beobachtet. Schlussfolgerung: Progesteronapplikation reduziert das Risiko von Frühgeburtlichkeit bei Frauen mit verkürzter Zervix im zweiten Trimester.

Literatur

Fonseca EB, Celik E, Parra M, Singh M, Nicolaides KH; Fetal Medicine Foundation Second Trimester Screening Group Progesterone and the risk of preterm birth among women with a short cervix. N Engl J Med. 2007 Aug 2;357(5):462-9.

TOP

2. Grundsätzliche Einführung des Blastozystentransfers.

Die Arbeitsgruppe plädiert für die grundsätzliche Einführung des Blastozystentransfers. Erst im Blastozystenstadium ist eine sichere mikroskopische Unterscheidung zwischen entwicklungsfähigen und weniger bis gar nicht entwicklungsfähigen Embryonen möglich. Dies ermöglicht die Anzahl der zu transferierenden Embryonen zu reduzieren, z.B. auf einen oder maximal zwei Embryonen. Die Rate an höheren Mehrlingsgraviditäten konnte dramatisch gesenkt werden.
Kommentar von Ferticonsult: In den USA können mehr als drei Embryonen kultiviert werden und eine Auswahl des oder entwicklungsfähigsten Embryonen zwecks Transfer ist möglich.

Literatur

Grifo JA, Flisser E, Adler A, McCaffrey C, Krey LC, Licciardi F, Noyes N, Kump LM, Berkeley AS. Programmatic implementation of blastocyst transfer in a university-based in vitro fertilization clinic: maximizing pregnancy rates and minimizing triplet rates. Fertil Steril. 2007 Aug;88(2):294-300.

TOP

3. Reduzierung der Anzahl der transferierten Embryos in Schweden.

Durch einen Aufklärungs- bzw. “Erziehungs”prozess, der Ärzte und Ehepaare umfasste, konnte bewirkt werden, dass die Anzahl der transferierten Embryonen während der letzten Jahre reduziert wurde mit dem Trend zum Transfer von nur einem ausgewählten Embryo (elective single embryo transfer; eSET). Ohne wesentliche Reduzierung der Schwangerschaftsrate kam es zu einer dramatischen Senkung der Mehrlingsgeburten.
Kommentar von Ferticonsult: In den USA können mehr als drei Embryonen kultiviert werden und eine Auswahl des oder entwicklungsfähigsten Embryonen zwecks Transfer ist möglich.

Literatur

Karlström PO, Bergh C. Reducing the number of embryos transferred in Sweden-impact on delivery and multiple birth rates. Hum Reprod. 2007 Aug;22(8):2202-7.

TOP

4. HCG-Spiegel unter Methotrexat bei Tubargravidität.

Bei der Methotrexatbehandlung der ektopen Gravidität stellt sich die Frage einer oder wiederholter MTX-Injektionen oder des operativen Eingriffes. Ein früher prognostischer Indikator könnte die Anspannung der Patientinen bzw. deren Compliance reduzieren bzw. verbessern. Ein Abfall der HCG-Werte innerhalb der Tage 1-4 der MTX-Behandlung um 20% hatte einen positioven prädiktiven Wert von 97%.

Literatur

Agostini A, Blanc K, Ronda I, Romain F, Capelle M, Blanc B. Prognostic value of human chorionic gonadotropin changes after methotrexate injection for ectopic pregnancy. Fertil Steril. 2007 Aug;88(2):504-6.

TOP

Zurück    Weiter

  Newsletter
  abonnieren?

Gerhard Leyendecker