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05.02.2009
 
Newsletter Nr. 1/2009
 
  1. Erfahrungen über die operative Diagnose bei 4.334 Frauen mit Endometriose
  2. Gesundheit im Alter von 4-6 Jahren nach ICSI
  3. Neuromotorische Entwicklung im Alter von 5,5 Jahren nach ICSI
  4. Ovarielle Reserve nach Methotrexat bei Tubargravidität

1. Erfahrungen über die operative Diagnose bei 4.334 Frauen mit Endometriose

Nahezu alle Frauen klagten über Unterleibsbeschweren, zwei Drittel davon bereits während der Adoleszenz. Etwa zwei Drittel der Frauen berichtete, dass einige Zeit vor der definitiven Diagnose ihnen mitgeteilt wurde, dass nichts krankhaftes vorliegen würde. Bei jungen Frauen war vom Beginn der Beschwerden die Zeit bis zur Diagnose länger als bei älteren Frauen. Ebenso verstrich mehr Zeit bis zur Diagnose und waren mehr Arztbesuche notwenig, wenn Hausärzte und nicht Gynäkologen primär aufgesucht wurden.

Kommentar von Ferticonsult:
Nach internationalen Schätzungen dauert es etwa sieben Jahre bis zur Diagnosestellung bei Endometriose. Das ist äußerst bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Endometriose um eine „klassische“ gynäkologische Erkrankung mit sehr spezifischen Symptomen handelt.

Prof. Dr. G. Leyendecker

Literatur

Greene R, Stratton P, Cleary SD, Ballweg ML, Sinaii N. Diagnostic experience among 4,334 women reporting surgically diagnosed endometriosis. Fertil Steril. 2009 Jan;91(1):32-9. Epub 2008 Mar 25.

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2. Gesundheit im Alter von 4-6 Jahren ICSI

Abgesehen von dem erhöhten Risiko an nicht deszendierten Hoden (Leistenhoden etc) und damit verbundenen Operationen, war die allgemeine Gesundheit bei 276 durch ICSI entstandenen Kindern vergleichbar derjenigen von 273 nach Spontankonzeption entstandenen Einlingsschwangerschaften.

Kommentar von Ferticonsult:
Männer mit einer Vorgeschichte von Maldescensus testis (MT; z.B. Leistenhoden) in der Kindheit klagen später nicht selten über eine eingeschränkte Fortpflanzungsfähigkeit infolge einer Samenschwäche. Der MT ist multigenetisch verankert, so dass diese genetische Veranlagung an den Sohn vererbt werden kann. Dies ist der Hintergründ, weswegen bei Söhnen nach ICSI gehäuft urologische Operationen notwendig sein können.

Prof. Dr. G. Leyendecker

Literatur

Ludwig AK, Katalinic A, Thyen U, Sutcliffe AG, Diedrich K, Ludwig M. Physical health at 5.5 years of age of term-born singletons after intracytoplasmic sperm injection: results of a prospective, controlled, single-blinded study Fertil Steril. 2009 Jan;91(1):115-24. Epub 2008 Jan 18.

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3. Neuromotorische Entwicklung im Alter von 5,5 Jahren nach ICSI

Bei 276 nach ICSI geborenen Kindern wurde die neuromotorischen Entwicklung nach 5,5 Jahren untersucht und mit derjenigen spontan konzipierter Kindern verglichen. Es ergab sich kein Unterschied hinsichtlich der Ergebnisse neurologischer Untersuchungen, motorischer Geschicklichkeit, emotionaler und Verhaltensentwicklung sowie der Intelligenz.

Kommentar von Ferticonsult:
In den neunziger Jahren ist eine australische Publikation erschienen, die eine gewisse neurologische Entwicklungsverlangsamung bei ICSI-Knaben bis zum Alter von einem Jahr festgestellt haben will. Danach soll die Entwicklung normal verlaufen sein. Diese Beobachtung ist nie bestätigt worden.

Prof. Dr. G. Leyendecker

Literatur

Ludwig A, Katalinic A, Thyen U, Sutcliffe AG, Diedrich K, Ludwig M. Neuromotor development and mental health at 5.5 years of age of singletons born at term after intracytoplasmatic sperm injection ICSI: results of a prospective controlled single-blinded study in Germany Fertil Steril. 2009 Jan;91(1):125-32. Epub 2008 Feb 20.

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4. Ovarielle Reserve nach Methotrexat bei Tubargravidität

Methotrexat ist ein Folsäureantagonist und wirkt die Zellteilung hemmend bei schnell wachsendem Gewebe. Deswegen wird diese Substanz auch in der Onkologie eingesetzt. Methotrexat wird zunehmend erfolgreich bei der frühen Eileiterschwangerschaft eingesetzt, so dass das Embryonalgewebe im Eileiter zugrunde geht. Eine Operation (Laparoskopie) ist dann häufig nicht erforderlich. Diese Studie zeigt, dass der Einsatz von Methotrexat bei Eileitergravidität nicht zu einer Einschränkung der ovariellen Reserve, d.h. zu einer Reduzierung der stimulierbaren Eizellen führt.

Kommentar von Ferticonsult:
Methotrexat wird auch zur medikamentösen Behandlung der Blasenmole eingesetzt. Nach erfolgreicher Therapie kann die für den Körper notwendige Folsäure durch geeignete Maßnahmen wieder aufgefüllt werden.

Prof. Dr. G. Leyendecker

Literatur

Oriol B, Barrio A, Pacheco A, Serna J, Zuzuarregui JL, Garcia-Velasco JA. Systemic methotrexate to treat ectopic pregnancy does not affect ovarian reserve Fertil Steril. 2008 Nov;90(5):1579-82. Epub 2007 Dec 11.

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Gerhard Leyendecker