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15.09.2000
 
Newsletter Nr.5
 
  1. Vermeidung von Mehrlingsschwangerschaften - Transfer von nur einem Embryo?.
  2. Endometriose hat keinen negativen Einfluß auf die Implantation von Embryonen.
  3. "Rettungs"-ICSI nach erfolgloser Fertilisation bei IVF
  4. Schwangerschaftsraten bei Transfer von "guten" Embryos im Blastozystenstadium

1.Vermeidung von Mehrlingsschwangerschaften - Transfer von nur einem Embryo?

Die Reproduktionsmediziner machen sich zunehmend Gedanken über die Vermeidung von Mehrlingsschwangerschaften als Folge der Assistierten Reproduktion (IVF und ICSI). In Deutschland traten 1964 unter 1.357000 Geburten 116 Drillingsgeburten auf. 1997 waren von 812200 Geburten 401 Drillingsgeburten, wobei der Anstieg etwa zur Hälfte auf IVF/ICSI und zur anderen Hälfte auf ovarielle Stimulationstherapien mit Gonadotropinen und Clomiphen ohne Methoden der Assistierten Reproduktion zurückzuführen ist. Bei Transfer von 3 Embryonen sind 3 bis 4 von hundert Schwangerschaften Drillings- und 15 bis 20 von hundert Schwangerschaften Zwillingsschwangerschaften. Nicht nur Drillings- sondern auch Zwillingsschwangerschaften stellen ein erhöhtes Risiko dar. Deswegen geht in den skandinavischen Ländern der Trend zum Transfer von nur einem Embryo. "Du kannst so viele Embryos transferiert bekommen, wie Du willst, jedoch einer nach dem anderen!" Dies bedeutet, daß die Kryokonservierung von PN-Stadien oder Embryonen ausgebaut und verbessert werden muß. Zukünftige Untersuchungen müssen zeigen, ob die sequentiellen Transfers von nur einem Embryo kumulativ eine ähnlich hohe oder sogar höhere Schwangerschaftsrate als der simulatane (gleichzeitige) Transfer mehrerer Embryonen ergibt.

Literatur

Templeton A (2000) Avaoiding multiple pregnancies in ART. Replace as many embryos as you like –one at a time. Hum. Reprod. 15: 1662) Olivennes F (2000) Double trouble: yes a twin pregnancy is an adverse outcome. Hum. Reprod. 15: 1663-1665

2. Endometriose hat keinen negativen Einfluß auf die Implantation von Embryonen

In einem Programm mit Eizellspende erhielten Frauen mit schwerer Endometriose und solche ohne Endometriose Eizellen von jeweils derselben Spenderin. Implantations-, Schwangerschafts und Fehlgeburtenraten waren in der Endometriose- und in der Kontrollgruppe gleich. In einem IVF-Programm stellt somit eine schwere Endometriose keinen negativen Faktor im Hinblick auf Implantation und Schwangerschaft dar.

Literatur

Diaz I et al. (2000) Impact of stage III-IV endometriosis on recipients of sibling oocytes: matched case-control study. Fertil. Steri. 74:31-34

3. "Rettungs"-ICSI nach erfolgloser Fertilisation bei IVF

Wenn in einem IVF-Zyklus überraschenderweise keine Fertilisation (keine PN-Stadien) eintreten, so kann mit Erfolg ein "Rettungs"-ICSI vorgenommen werden. Voraussetzung ist allerdings, daß ein genauer Zeitplan eingehalten wird. Ein "Rettungs"ICSI ist noch 19-22 Stunden erfolgloser IVF-Insemination möglich.

Literatur

Yuzpe AA et al. (2000) Rescue intracytoplasmatic sperm injection (ICSI) – salvaging in vitro fertilization (IVF) cycles after total or near-total fertilization failure. Fertil. Steril. 73: 1115-1119

4. Schwangerschaftsraten bei Transfer von "guten" Embryos im Blastozystenstadium.

Bei Transfer von Embryonen im Blastozystenstadium mit hervorragender Qualität resultierte bei Transfer von zwei solcher Embryonen eine Schwangerschaftsrate von 87% mit einer Zwillingsrate von 61%. Wenn unter den zwei transferierten Embryonen nur ein Embryo mit hervorragender Qualität war, resultierte eine Schwangerschaftsrate von 70% und eine Zwillingsrate von 50%. Wurden zwei Embryonen im Blastzystenstadium mit minderer Qualität transferiert, so resultierte eine Schwangerschaftsrate von 44% und eine Zwillingsrate von 28%. Bei 85% aller Patientinnen konnte mindestens ein Blastozystenembryo mit hervorragender Qualität transferiert werden. Diese Ergebnisse weisen den Weg zum Transfer von nur einem Embryo im Blastozystenstadium mit hervorragender Qualität. Dies sichert zweierlei: eine hohe Schwangerschaftsrate und eine Einlingsschwangerschaft.

Für deutsche Leser: das Embryonenschutzgesetzt müßte geändert werden.

Literatur

Gardner DK et al. (2000) Blasocyst score affects implantation and pregnancy outcome: towards a single blastcyst transfer. Fertil. Steril. 73: 1155-1158

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Gerhard Leyendecker