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14.02.2012
 
Newsetter Nr. 1/2012 (Januar 2012)
 
  1. “Single Embryo Transfer” (SET) mit Blastozystenstadium führt zu vergleichbaren Schwangerschaftsraten wie der “Double Transfer” (DET) im Teilungsstadium aber zu weniger Risikograviditäten
  2. Die Vorhersage der Bildung guter Blastozysten im frühen Teilungsstadium mittels Zeitraffer-Cinematograpie (Embryoscope)
  3. Selbstkorrektur der Embryonalentwicklung bei Vorliegen von drei Vorkernen (trinucleated PN; TPN) nach ICSI

1. Schwangerschaftsraten und Schwangerschaftsverlauf nach Transfer einer Blastozyste (Tag der Embryonenkultur) bzw. nach Transfer von 2 Embryonen im Teilungsstadium (Tag 2 oder 3 der Embryonenkultur.

Es handelt sich um eine retrospektive Studie mit dem Vergleich von Zyklen mit Transfers jeweils nur einer Blastozysten im Jahr 2007 und Transfers von Embryonen im Teilungsstadium (Tag 2-3) bis 2003. Bis dahin war letzteres Vorgehen die Norm in dieser Arbeitsgruppe. Die Schwangerschaftsrate war mit 25 bzw. 27% statistisch nicht signifikant unterschiedlich. Mehrlingsgraviditäten nach DET von Teilungsembryonen führten jedoch zu deutlich komplizierteren Schwangerschaftsverläufen.

Literatur

Zander-Fox DL, Tremellen K, Lane M. Single blastocyst embryo transfer maintains comparable pregnancy rates to double cleavage-stage embryo transfer but results in healthier pregnancy outcomes. Aust N Z J Obstet Gynaecol. 2011 Oct;51(5):406-10. doi: 10.1111/j.1479-828X.2011.01324.x. Epub 2011 Jun 9.

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2. Die Vorhersage der Bildung guter Blastozysten im frühen Teilungsstadium mittels Zeitraffer-Cinematograpie (Embryoscope)

Die Zeitraffer-Cinematographie (Embryoscope) der Embryonalentwicklung erlaubt nunmehr Einblicke in die Teilungsdynamik der wachsenden Embryonen. Einzelne Embryonen, die sich nach einer Kultur von 5-Tagen zu Blastozysten mit guter mikroskopischer Beurteilung (high score) entwickelten, zeigten schnellere Teilungsschritte als solche Embryonen, die eine schlechtere Beurteilung als Blastozysten erhielten (low score). So erforderte der 2. Teilungsschritt (vom 2- zum 3. Zell-Embryo) bei „guten“ Blastozysten nur 0,7 Stunden (n=17), bei „schlechten“ Blastozysten hingegen 3,7 Stunden (n=24). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass „gute“ Embryonen bereits in den frühen Teilungsstadien identifiziert werden können.

Kommentar: Es handelt sich hier um erste Ergebnisse (niedrige Fallzahl). In nächster Zeit ist mit einer Fülle von diesbezüglichen Publikationen zu rechnen. Unseres Erachtens ist es nicht das Ziel der Zeitraffer-Cinematographie (Embryoscope), frühzeitig gute Embryos zu identifizieren und zu transferieren. Ziel sollte die komplikationsarme Einlingsgravidität bei hoher Schwangerschaftsrate sein. Daher geht an der Blastozystenkultur im Embryoscope mit single-embryo-Transfer kein Weg vorbei.

Prof. Dr. G. Leyendecker
Kinderwunschzentrum Darmstadt
Ferticonsult GmbH

Literatur

Hashimoto S, Kato N, Saeki K, Morimoto Y. Selection of high-potential embryos by culture in poly(dimethylsiloxane) microwells and time-lapse imaging. Fertil Steril. 2012 Jan 2. [Epub ahead of print]

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3. Selbstkorrektur der Embryonalentwicklung bei Vorliegen von drei Vorkernen (trinucleated PN; TPN) nach ICSI

Bei triploiden Eizellen im PN-Stadium kann bei der weiteren Embryonalentwicklung eine Selbstkorrektur beobachtet werden. Erstaunlicherweise ist diese Korrekturmöglichkeit nach ICSI größer als nach IVF.

Literatur

Grau N, Escrich L, Martín J, Rubio C, Pellicer A, Escribá MJ. Self-correction in tripronucleated human embryos. Fertil Steril. 2011 Oct; 96 (4):951-6.

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Gerhard Leyendecker