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15.09.2001
 
Newsletter Nr.11
 
  1. Behandlung von Myomen durch Embolisation der Uterinarterien (UAE)
  2. Endometriose: Die Implantation ist nicht beeintrÀchtigt.
  3. SorgfÀltige urologisch-andrologische Untersuchung aller MÀnner vor ICSI
  4. Bedeutung der Zeitspanne zwischen Eizellgewinnung und Insemination bzw. Spermieninjektion fĂŒr die Schwangerschaftsrate

1.Behandlung von Myomen durch Embolisation der Uterinarterien (UAE)

Nach der Erstbeschreibung der Behandlung symptomatischer Myome der GebĂ€rmutter durch beidseitige Embolisierung der GebĂ€rmutterarterien (Uterinarterien (UAE)) durch Ravina (1995) hat sich diese Methode als radiologische Interventionsbehandlung vor allem in den USA weit verbreitet. Mittlerweile liegen Berichte ĂŒber grĂ¶ĂŸere Behandlungsserien vor. Insgesamt sind weltweit sicherlich mehr als 10.000 Behandlungen durchgefĂŒhrt und ĂŒber mehr als 5000 in der Literatur berichtet worden. Es handelt sich um eine angiographische Methode, bei der ĂŒber die Oberschenkelarterie entweder von einer oder beiden Seiten aus ein Katheter in die Arteria iliaca interna bis zum Abgang der GebĂ€rmutterarterien vorgeschoben und durch langsames EinspĂŒlen von Polyvinylalkohol (PVA) eine Embolisierung der GebĂ€rmutterarterien beidseits erreicht wird. Da Myome eine verstĂ€rkte Durchblutung aufweisen, fließen die Partikel primĂ€r in deren GefĂ€ĂŸe. Die UAE wird beendet, wenn angiographisch kein Blutfluß in den GebĂ€rmutterarterien mehr nachgewiesen werden kann. Die Durchblutung der ĂŒbrigen GebĂ€rmutter bleibt zunĂ€chst auf einem niedrigen Niveau erhalten und normalisiert sich sicherlich spĂ€ter wieder, da Verbindungen zu den Ovarialarterien bestehen und fĂŒr eine ausreichende Durchblutung der GebĂ€rmutter sorgen, so daß auch ungestörte Schwangerschaften möglich sind. GegenwĂ€rtig wird empfohlen, die Methode bei bestehenden Beschwerden durch Myome (Metrorrhagie (verlĂ€ngerte Blutungen); Druck auf Darm und Blase) als Alternative zur Myomentfernung oder GebĂ€rmutterentfernung einzusetzen. Wenn auch intakte Schwangerschaften nach UAE beobachtet wurden, so wird jedoch gegenwĂ€rtig noch von der UAE bei SterilitĂ€tspatientinnen und solchen mit noch vorhandenem Kinderwunsch abgeraten, da nicht vorhergesehen werden kann, ob eine GebĂ€rmutterentfernung nach der Behandlung notwendig werden könnte. Jedenfalls ist gegenwĂ€rtig die Rate der GebĂ€rmutterentfernungen nach UAE höher als nach Myomentfernung. Es handelt sich um eine ambulante bzw. kurzstationĂ€re Behandlungsmethode. Die Versager- und Komplikationsrate ist insgesamt gering. Schmerzen durch Durchblutungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und allgemeines KrankheitsgefĂŒhl können im Rahmen eines sog. Postembolisationssyndroms auftreten und bis zu einer Woche anhalten. Die Phase bis zur kompletten Erholung kann bis zu zwei Wochen dauern. Sepsis ist eine seltene, aber gefĂŒrchtete Komplikation, die zur GebĂ€rmutterentfernung zwingt. Einige wenige TodesfĂ€lle sind beschrieben worden. In einigen FĂ€llen, zumeist bei perimenopausalen Frauen, kam es zur vorĂŒbergehenden oder dauerhaften hypergonadotropen Ovarialinsuffizienz. Zu den Nachteilen der Methode gehört auch das mögliche Übersehen eines Leiomyosarkoms. Insgesamt ist jedoch die Erfolgsrate hoch und die Methode gilt als relativ sicher. Es bedarf jedoch zunehmender Erfahrung, um feste Indikationskriterien der Methode erstellen zu können, bevor sie zu einer Routinemethode der Myombehandlung wird.

Literatur

Spies JB (Internet) Uterine artery embolization procedure

Ravina JH, Herbreteau D, Ciraru-Vigneron N, Bouret JM, Houdart E, Aymard A, Merland JJ (1995) Arterial embolisation to treat uterine myomata. Lancet. Sep 9;346(8976):671-2.

Goodwin SC, Wong GC. (2001) Uterine artery embolization for uterine fibroids: a radiologist's perspective. Clin Obstet Gynecol. 44: 412-24. No abstract available

Braude P, Reidy J, Nott V, Taylor A, Forman R. (2000) Embolization of uterine leiomyomata: current concepts in management. Hum Reprod Update.6: 603-8. Review.

Spies JB, Ascher SA, Roth AR, Kim J, Levy EB, Gomez-Jorge J (2001) Uterine artery embolization for leiomyomata. Obstet Gynecol. 98:29-34

2.Endometriose: Die Implantation ist nicht beeintrÀchtigt.

Eine herabgesetzte EmpfĂ€ngnisfĂ€higkeit bei Endometriose ist bekannt. Als eine der Ursachen dafĂŒr wurde eine herabgesetzte AufnahmefĂ€higkeit der GebĂ€rmutterschleimhaut (RezeptivitĂ€t des Endometriums) fĂŒr den oder die Embryonen angesehen. Untersuchungen mit gespendeten Eizellen haben jedoch ergeben, daß Frauen mit Endometriose nach Eizellspende eine ebenso hohe Schwangerschaftsrate aufweisen wie Frauen ohne Endometriose. Neuere elektronenmikroskopische Untersuchungen haben nun ergeben, daß die sog. Pinopod-Expression (es handelt sich hierbei um Zellplasmavorwölbungen wĂ€hrend der etwa 48-stĂŒndigen Einnistungsphase) bei Frauen mit Endometriose gegenĂŒber solchen ohne Endometriose nicht beeintrĂ€chtigt ist.

Literatur

Simon C, Gutierrez A, Vidal A, de los Santos MJ, Tarin JJ, Remohi J, Pellicer A. (1994) Outcome of patients with endometriosis in assisted reproduction: results from in-vitro fertilization and oocyte donation. Hum Reprod. 9: 725-729.

Garcia-Velasco JA, Nikas G, Remohi J, Pellicer A, Simon C (2001)Endometrial receptivity in terms of pinopode expression is not impaired in women with endometriosis in artificially prepared cycles. Fertil Steril. 75: 1231-1233.

3. SorgfÀltige urologisch-andrologische Untersuchung aller MÀnner vor ICSI

Reduzierte SamenqualitĂ€t muß als ein Symptom aufgefaßt werden, welches auf eine ernsthafte Grunderkrankung hinweisen kann. So finden sich bei MĂ€nnern mit eingeschrĂ€nkten Spermiogrammparametern hĂ€ufiger Hodentumore als bei MĂ€nnern mit Normozoospermie. Die FrĂŒherkennung eines Hodenkarzinoms bedeutet jedoch die Chance der kompletten Heilung.

Literatur

Simon SD, Lee RD, Mulhall JP (2001) Should all infertile males undergo urologic evaluation before assisted reproductive technologies? Two cases of testicular cancer presenting with infertility. Fertil Steril. 75:1226-7.

4. Bedeutung der Zeitspanne zwischen Eizellgewinnung und Insemination bzw. Spermieninjektion fĂŒr die Schwangerschaftsrate

Unter den normalen Arbeitsbedingungen in einem IVF-ICSI-Programm kann die Zeit zwischen der Eizellgewinnung und der ZufĂŒgung der Spermien zur Eizellkultur (Insemination) oder der unmittelbaren Spermieninjektion in die Eizelle (ICSI) erheblich variieren. Die unten genannte Arbeitsgruppe hat die diesbezĂŒglichen Daten retrospektiv aufgearbeitet. Die Zeitspanne zwischen Eizellgewinnung und Insemination/Injektion betrug etwa 0,5 – 8 Stunden. Die Analyse der Daten ergab, daß sich hinsichtlich der PrĂ€inkubationszeit (Spanne zwischen Eizellgewinnung und Insemination/Injektion) kein signifikanter Unterschied hinsichtlich Fertilisations-, Implantations- und Schwangerschaftsrate ergab.

Literatur

Jacobs M, Stolwijk AM, Wetzels AM (2001) The effect of insemination/injection time on the results of IVF and ICSI. Hum Reprod. 16:1708-1713

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Gerhard Leyendecker