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25.01.2004
 
Newsletter Nr. 25
 
Geburtshilfe
  1. Spontane versus IVF-Zwillinge: Schwangerschaftsverlauf
  2. Helicobacter pylori und gastrointestinale Symptome wÀhrend der Schwangerschaft.

Reproduktionsmedizin

  1. Tubensterilisation and ovarielle Reserve und Funktion.
  2. Ist die tief-infiltrierende peritoneale Endometriose eine separate Form der Endometriose?
  3. "UnerklĂ€rbare SterilitĂ€t” und SterilitĂ€t bei minimaler Endometriose.

1. Spontane versus IVF-Zwillinge: Schwangerschaftsverlauf

Zweck dieser Studie war der Vergleich maternaler und neonataler Komplikationen bei spontanen und IVF-Zwillingsschwangerschaften. Es handelte sich um 56 IVF-Zwillingsschwangerschaften, wovon jede mit zwei hinsichtlich Alter und ParitĂ€t vergleichbaren MĂŒttern verglichen wurde. IVF-Zwillinge hatten hĂ€ufiger vorzeitigen Wehenbeginn. Kein Unterschied bestand hinsichtlich Schwangerschaftshypertonus, Gestationsdiabetes, Plazenta praevia und vorzeitigem Blasensparung. Die Sectiorate war signifikant höher bei IVF-Zwillingen (68% versus 41%) trotz einer vergleichbaren Rate von elektiven Kaiserschnitten und Beckenendlagen. Die Rate vorzeitiger Geburt war signifikant höher (68% vs 41%) bei niedrigerem Gestationsalter (35. vs 36. Woche). Beide IVF-Zwillinge wehren in der Regel um 230 g leichter als die Kontrollzwillinge. Intrauterine Wachstumsretardierung fand sich jedoch hĂ€ufiger in der Kontrollgruppe (37% vs 25%). HĂ€ufiger mussten die IVF-Zwillinge in eine neonatale Intensivstation verlegt werden bei hĂ€ufigerem Auftreten von RDS, der Notwendigkeit von Beatmung und mit Pneumothorax. Zusammenfassend lĂ€sst sich feststellen, dass IVF-Zwillinge gegenĂŒber Spontanzwillingen hĂ€ufiger per Sectio entbunden werden, hĂ€ufiger eine FrĂŒhgeburt und damit verbunden respiratorische Probleme erleiden sowie lĂ€nger einer stationĂ€ren Behandlung bedĂŒrfen.

Literatur

Nassar AH, Usta IM, Rechdan JB, Harb TS, Adra AM, Abu-Musa AA. Pregnancy outcome in spontaneous twins versus twins who were conceived through in vitro fertilization. Am J Obstet Gynecol. 2003 Aug;189(2):513-8.

2. Helicobacter pylori und gastrointestinale Symptome wÀhrend der Schwangerschaft.

Die mögliche Rolle einer Helicobacter pylori-Infektion bei der Entstehung von Schwere von gastrointestinalen Symptomen wĂ€hrend der Schwangerschaft wurde bei einer großen Anzahl von Frauen nach der Entbindung untersucht. Mit dem (13)C-Urea-Atemtest wurde das Vorliegen einer akuten Infektion ĂŒberprĂŒft. 23% der 898 MĂŒtter hatten eine bestehende Infektion. Nach einer PrĂŒfung der Covariablen zeigte keines der analysierten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Hypersalivation und Sodbrennen eine Beziehung zur bestehenden H. pylori Infektion. Diese Studie stĂŒtzt nicht die Rolle einer H. pylori Infektion in der Genese gastrointestinaler Beschwerden in der Schwangerschaft.

Literatur

Weyermann M, Brenner H, Adler G, Yasar Z, Handke-Vesely A, Grab D, Kreienberg R, Rothenbacher D. Helicobacter pylori infection and the occurrence and severity of gastrointestinal symptoms during pregnancy. Am J Obstet Gynecol. 2003 Aug;189(2):526-31.

3. Tubensterilisation and ovarielle Reserve und Funktion.

Eine Tubensterilisation könnte den ovariellen Blutfluss beeintrĂ€chtigen, zur GewebsschĂ€digung und zu einem signifikanten Abfall des ovariellen Follikelpools fĂŒhren. 26 Frauen unterzogen sich einer laparoskopischen Tubensterilisation mittels Elektrokoagulation ind die verschiedenen endokrinen Parameter wie Estradiol, Inhibin, FSH und LH wurden vor der Sterlisation und 6 – 60 Monate spĂ€ter untersucht. Im Vergleich zur Kontrollgruppe ergab sich keine EinschrĂ€nkung der Ovarialfunktion bis zu fĂŒnf Jahren nach der Sterilisation.

Literatur

Carmona F, Cristobal P, Casamitjana R, Balasch J. Effect of tubal sterilization on ovarian follicular reserve and function. Am J Obstet Gynecol. 2003 Aug;189(2): 447-52.

4. Ist die tief-infiltrierende peritoneale Endometriose eine separate Form der Endometriose?

Verschiedentlich wurde die Auffassung geĂ€ußert, dass die tief infiltrierende peritoneale Endometriose eine besondere Variante der Endometriose sei und sich auch in der Pathosgenese von anderen Formen der Endometriose unterscheide. Wenn dem so wĂ€re, dann dĂŒrften die tief infiltrierende Endometriose und andere Formen (Endometriome des Ovars und oberflĂ€chlichen endometriotischen Implantaten) nicht mit einander signifikant assoziiert sein. Mit einer binominalen Wahrscheinlichkeitsverteilung wurden die 95% Konfidenzintervalle Der Assoziationsraten berechnet. Insgesamt wurden 93 Frauen mit tief infiltrierender Endometriose identifiziert. Die Berechnung der Assoziation mit anderen Formen von Endometriose ergab, dass die tief infiltrierende Endometriose nicht als eine distinkte EntitĂ€t der Endometriose betrachtet werden sollte.

Literatur

Somigliana E, Infantino M, Candiani M, Vignali M, Chiodini A, Busacca M, Vignali M. Association rate between deep peritoneal endometriosis and other forms of the disease: pathogenetic implications. Hum Reprod. 2004 Jan;19(1):168-71.

5. "UnerklĂ€rbare SterilitĂ€t” und SterilitĂ€t bei minimaler Endometriose

Unklarheit besteht bis heute darĂŒber, ob der Befund endometrialer LĂ€sionen beim Fehlen von AdhĂ€sionen einen ungĂŒnstien Effekt auf die Konzeptionswahrscheinlichkeit habe. An einer großen Anzahl von laparoskopierten Frauen mit fertilen MĂ€nnern wurde der Frage nachgegangen ob Frauen mit Minimalendometriose eine andere Konzeptionsrate aufweisen als Frauen mit sog. "unerklĂ€rter" SterilitĂ€t. Ale Frauen wurden im Hinblick auf den Kinderwunsch konservativ behandelt. Die Schwangerschaftsrate lag in einer Kontrollperiode von 3 Jahren bei Frauen mit Minimalendometriose mit 36% signifikant unter der von Frauen mit unerklĂ€rter SterilitĂ€t mit 55%. (Wir erklĂ€ren die mit dem Vorliegen von eingeschrĂ€nktem Spermientransport und Endometriose-assozierter Adenomyose auch bei Frauen mit Minimalendometriose. Die Redaktion).

Literatur

Akande VA, Hunt LP, Cahill DJ, Jenkins JM. Differences in time to natural conception between women with unexplained infertility and infertile women with minor endometriosis. Hum Reprod. 2004 Jan;19(1):96-103.

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Gerhard Leyendecker