Ferticon  

Newsletter

Inhaltsverzeichnis

ZurŁck    Weiter

13.09.2004
 
Newsletter Nr. 29
 
Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
  1. Nicht adipöse Frauen mit PCOS reagieren besser auf die Behandlung mit Metformin als adipöse Frauen mit PCOS.
  2. Behandlung mit niedrig dosiertem Dexamethason √ľber sechs Monate f√ľhrt zu einer weiteren Reduzierung der Androgenspiegel bei Frauen mit PCOS, die mit Metformin behandelt werden und di√§tetische und Lebensstilberatung erfahren.

Gynäkologie

  1. Symptome vor und nach operativer Entfernung kolorektaler Endometriose.

Gynäkologische Onkologie

  1. Tumorentfernung plus Tamoxifen mit oder ohne Bestrahlung bei Frauen √ľber 70 Jahren bei kleinem Brustkarzinom.

1. Nicht adipöse Frauen mit PCOS reagieren besser auf die Behandlung mit Metformin als adipöse Frauen mit PCOS.

Entgegen fr√ľherer Ansicht treten Hyperinsulin√§mie und die Insulinresistenz nicht nur bei adip√∂sen sondern auch in etwa dem gleichen Prozentsatz bei schlanken Frauen mit PCOS auf. Ein Behandlungsversuch mit Metformin ist daher auch bei schlanken Patientinnen indiziert. In dieser kontrollierten klinischen Studie an 29 Patientinnen mit PCOS wurde der klinische, hormonale und metabolische Effekt einer 6-monatigen Metformin-Therapie mit tgl. 3 x 500 mg bei adip√∂sen und nicht-adip√∂sen Frauen mit PCOS untersucht. In der nicht-adip√∂sen Gruppe fielen das N√ľchtern-Insulin, das Gesamt- und freie Testosteron und Androstendion im Serum signifikant ab. Bei den adip√∂sen Patientinnen kam es nur zu einem signifikanten Abfall des freien Testosterons.

Literatur

Maciel GA, Soares Junior JM, Alves da Motta EL, Abi Haidar M, de Lima GR, Baracat EC. Nonobese women with polycystic ovary syndrome respond better than obese women to treatment with metformin. Fertil Steril. 2004 Feb;81(2):355-60.

TOP

2. Behandlung mit niedrig dosiertem Dexamethason √ľber sechs Monate f√ľhrt zu einer weiteren Reduzierung der Androgenspiegel bei Frauen mit PCOS, die mit Metformin behandelt werden und di√§tetische und Lebensstilberatung erfahren.

Es war das Ziel der Studie zu √ľberpr√ľfen, inwieweit eine niedrig dosierte Dexamerthasontherapie bei Frauen mit PCOS, die mit Metformin (3x850mg/die), Di√§t und Lebensstilberatung behandelt werden, zu einer weiteren Senkung der Androgenspiegel im Blut f√ľhrt. Achtunddrei√üig Frauen erhielten randomisiert entweder tgl. 0.25 mg Dexamethason oder Plazebo f√ľr die Dauer von 26 Wochen. Im Vergleich zu Plazebo reduzierte Dexamethason Testosteron um 25%, Androstendion um 21%, DHEAS um 46% und den freien Testosteron-Index um 50%. Der BMI, die N√ľchternglucose, Insulin-, C-Peptid- und Lipid-Serumspiegel blieben unver√§ndert. Die Ergebnisse zeigen, dass eine sechsmonatige Gabe niedrig dosierten Dexamethasons den Androgenspiegel im Serum bei mit Metformin behandelten Frauen mit PCOS weiter absenkt.

Literatur

Vanky E, Salvesen KA, Carlsen SM. Six-month treatment with low-dose dexamethasone further reduces androgen levels in PCOS women treated with diet and lifestyle advice, and metformin. Hum Reprod. 2004 Mar;19(3):529-33

TOP

3. Symptome vor und nach operativer Entfernung kolorektaler Endometriose.

Die kolorektale Endometriose geh√∂rt zu den schwersten Formen der Endometriose, was Schmerzen und Lebensqualit√§t angehen. Ziel der Studie war es zu √ľberpr√ľfen, inwiefern sich das Schmerzbild und die Lebensqualit√§t nach kolorektaler Resektion verbessern w√ľrden und inwiefern Nebenwirkungen der operativen Ma√ünahme entst√ľnden. Nach MRT und endorektaler Sonographie symptomatischer kolorektaler Endometriose, unterzogen sich subsequent 27 Frauen einer kolorektalen Resektion. Die Frauen f√ľhrten Frageb√∂gen vor und nach der Behandlung. Die Sensitivit√§t und der positive pr√§diktive Wert beider bildgebender Verfahren waren hoch (90-100%). Es bestand keine Beziehung zwischen der Schwere des Beschwerdebildes und der Ausdehnung der kolorektalen L√§sion, wie sie mit MRT, Sonographie und histologischer Untersuchung bestimmt wurde. Tiefer pelviner Dauerschmerz, Dysmenorrhoe, Dyspareunie und Def√§kationsschmerz gingen hochsignifikant zur√ľck. Bei 14 Frauen wurden die Beschwerden beseitigt, bei 11 verbessert und bei zweien verschlechtert. Im Mittel hatte sich die Lebensqualit√§t signifikant verbessert. Die Frauen sollten jedoch pr√§operativ darauf hingewiesen werden, dass durchaus einige Symptome persistieren k√∂nnen, die vor allem den urin√§ren und Verdauungstrakt betreffen.

Literatur

Thomassin I, Bazot M, Detchev R, Barranger E, Cortez A, Darai E. Symptoms before and after surgical removal of colorectal endometriosis that are assessed by magnetic resonance imaging and rectal endoscopic sonography. Am J Obstet Gynecol. 2004 May;190(5):1264-71.

TOP

4. Tumorentfernung plus Tamoxifen mit oder ohne Bestrahlung bei Frauen √ľber 70 Jahren bei kleinem Brustkarzinom.

Bei 70-j√§hrigen und √§lteren Frauen mit kleinem Mammakarzinom ist es bisher nicht gekl√§rt, ob nach brusterhaltender Resektion des Tumors eine Bestrahlung plus Tamoxifen effektiver ist als eine alleinige Tamoxifengabe. Zwischen 1994 und 1999 wurden 636 Frauen dieser Altersklasse mit kleinem, estrogenrezeptor-positivem Mammakarzinom (T1N0M0) nach Tumorentferung nur mit Tamoxifen (319 Frauen) oder mit zus√§tzlicher Bestrahlung (317) nach Randomisierung behandelt. Endpunkte waren die Zeit bis zum Lokalrezidiv, die H√§ufigkeit einer Mastektomie wegen Rezidivs, Brustkrebs-spezifisches √úberleben, das Zeitintervall bis zur Fernmetastasierung und das √úberleben. Der einzig signifikante Unterschied zwischen beiden Gruppen war die Rate des lokalen oder regionalen Rezidivs (1% mit Radiatio und 4% ohne Radiatio; P<0,001). Es bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Rate an Mastektomien, Fernmetastasen und √úberleben nach 5 Jahren. Die kosmetische Beurteilung des Behandlungsresultates durch die Patientinnen und √Ąrzte f√ľhrte durchgehend zu einer niedrigeren Bewertung nach Tamoxifen und Bestrahlung. Die Autoren kommen zu dem Schlu√ü, dass nach brusterhaltender Operation eines kleinen, estrogenrezeptor-positiven Brustkrebses die alleinige Tamoxifengabe eine realistische Alternative zur zus√§tzlichen Bestrahlung darstellt.

Literatur

Hughes KS, Schnaper LA, Berry D, Cirrincione C, McCormick B, Shank B, Wheeler J, Champion LA, Smith TJ, Smith BL, Shapiro C, Muss HB, Winer E, Hudis C, Wood W, Sugarbaker D, Henderson IC, Norton L; Cancer and Leukemia Group B; Radiation Therapy Oncology Group; Eastern Cooperative Oncology Group. Lumpectomy plus tamoxifen with or without irradiation in women 70 years of age or older with early breast cancer. N Engl J Med. 2004 Sep 2;351(10):971-7.

TOP

ZurŁck    Weiter

  Newsletter
  abonnieren?

Gerhard Leyendecker