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24.01.2005
 
Newsletter Nr. 1/2005
 
Gynäkologische Onkologie
  1. Gentests zur Vorhersage eines Rezidivs bei Brustkrebs.
  2. Zweitoperation nach Chemotherapie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom .
  3. Brustkrebsrisiko nach Sterilitätsbehandlung.

Reproduktionsmedizin

  1. Ein-Embryo Transfer versus Doppelt-Embryo Transfer bei IVF.

1. Gentests zur Vorhersage eines Rezidivs bei Brustkrebs

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fernmetastasen beim nodal-negativen, Estrogenrezeptor-positiven Brustkrebs, der mit Tamoxifen behandelt wird oder wurde, wird durch klinische und histopathologische Kriterien nur unzureichend erfasst. In der Arbeit wird prospektiv untersucht, inwieweit sich Gentests an mit Paraffin eingebettetem Tumorgewebe Scores entwickeln lassen, die über diese Wahrscheinlichkeit Auskunft gibt. An 668 Tumorblöcken konnten unter Anwendung der reversen Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) Profile von 16 Krebs- und 5 Referenzgenen erstellt und mit Hilfe eines Algorithmus das individuelle Risiko der Fernmetastasierung ermittelt werden. Das Risiko einer Fermetastasierung im Verlauf von 10 Jahren betrug für die Niedrigrisikogruppe 6,8%, für eine mittlere Risikogruppe 14,3% und für eine Hochrisikogruppe 30,5%. Von den Patientinnen gehörten 51% zur Gruppe mit geringem, 22% zur Gruppe mit mittlerem und 27% zur Gruppe mit hohem Risiko. Die Risikoermittlung auf der Basis der Gentests zeigte keine Abhängigkeit von Tumorgröße und Alter. Die Gene umfassten u.a. Proliferationsmarker, Invasionsmarker, HER2 und Hormonrezeptorgene. Die Arbeit zeigt die zukünftige Bedeutung der Erstellung von Genprofilen von Tumoren.

Literatur

Paik S, Shak S, Tang G, Kim C, Baker J, Cronin M, Baehner FL, Walker MG, Watson D, Park T, Hiller W, Fisher ER, Wickerham DL, Bryant J, Wolmark N. A multigene assay to predict recurrence of tamoxifen-treated, node-negative breast cancer. N Engl J Med. 2004 351:2817-2826.

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2. Zweitoperation nach Chemotherapie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Es handelt sich um eine prospektiv-randomisierte Studie bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom mit postoperativ residualem Tumor von mehr als 1 cm im Durchmesser. Alle erhielten drei Zyklen mit Paclitaxel und Cisplatin. Bei 216 Patientinnen wurde vor der Fortsetzung der Chemotherapie mit weiteren drei Zyklen eine Revisonslaparotomie durchgeführt mit dem Ziel weiterer Tumorentfernung. 208 Patientinnen erhielten die weitere Chemotherapie ohne Sekundäroperation. Zwischen beiden Gruppen gab es keinen Unterschied hinsichtlich rezidivfreiem und Gesamtüberleben.

Literatur

Rose PG, Nerenstone S, Brady MF, Clarke-Pearson D, Olt G, Rubin SC, Moore DH, Small JM; Secondary surgical cytoreduction for advanced ovarian carcinoma. N Engl J Med. 2004 Dec 9;351(24):2489-97.

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3. Brustkrebsrisiko nach Sterilitätsbehandlung

Bei der Zunahme der Sterilitätstherapie in westlichen Industrienationen stellt sich die Frage, inwieweit ein erhöhtes Brustkrebsrisiko damit verbunden ist. In einer Studienpopulation von 92555 Frauen wurden 6602 einer Sterilitätstherapie unterzogen. Während einer zehnjährigen Überwachungsphase wurden 2571 Fälle von primärem Brustkrebs, 193 in der Sterilitäts-Behandlungsgruppe, festgestellt. Es fand sich kein erhöhtes Brustkrebsrisiko in der Behandlungsgruppe (RR=0,95; 0,82 – 1,11). Allerdings zeigte die Sterilitätstherapie ein grenzwertig signifikantes Risiko für Brustkrebs, wenn eine familiäre Belastung vorlag. Dieser mögliche Zusammenhang bedarf einer weiteren Überprüfung.

Literatur

Gauthier E, Paoletti X, Clavel-Chapelon F; E3N group. INSERM, equipe E3N. Breast cancer risk associated with being treated for infertility: results from the French E3N cohort study. Hum Reprod. 2004 Oct;19(10):2216-21. Epub 2004 Jul 22.

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4. Ein-Embryo Transfer versus Doppelt-Embryo Transfer bei IVF.

Mehrlingsgraviditäten stellen eine der größten Risiken in der Reproduktionsmedizin dar. Der Ein-Embryotransfer wird daher als großes Ziel in der Therapiestrategie angesehen. In der vorliegenden Studie erhielten die Patientinnen (<36 Jahre und mit mindestens zwei „guten“ Embryos)) im ersten Behandlungszyklus einen Ein-Embryo-Transfer. Diejenigen ohne Schwangerschaft wurden zwei Gruppen randomisiert zugeteilt. Die Gruppe A erhielt einen Ein-Embryotransfer und im Falle des Ausbleibens einer Schwangerschaft nachfolgend einen Ein-Embryo-Kryo-Transfer. Die Gruppe B erhielt einen Doppelt-Embryotransfer. In der Gruppe B betrug die Schwangerschaftsrate 42,9% und in der Gruppe A kumulativ 38,8%. Die Mehrlingsrate betrug 33% in der Gruppe B und 0,8% in der Gruppe A.

Literatur

Thurin A, Hausken J, Hillensjo T, Jablonowska B, Pinborg A, Strandell A, Bergh C. Elective single-embryo transfer versus double-embryo transfer in in vitro fertilization. N Engl J Med. 2004 Dec 2;351(23):2392-402.

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Gerhard Leyendecker