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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  5.2.2 Peristaltik        5.3 Ver√§nderungen der Archimetra bei Frauen mit Endometriose:

5.2.3 Infektionsabwehr

Der Genitalkanal stellt eine K√∂rper√∂ffnung dar und ist somit potentiell eine Eingangspforte f√ľr Infektionserreger. Der Schleim im Geb√§rmutterhalskanal wirkt in keiner Phase des Zyklus als Barriere gegen den Aufstieg von kleinen Partikeln wie z.B. Keimen in die Geb√§rmutterh√∂hle. Infolge der uterinen Peristaltik mit der prim√§ren Funktion des Samentransportes werden unvermeidbar auch andere Partikel in die Geb√§rmutter transportiert. Die Kohabitation, die in der Evolution nahezu ausschlie√ülich zum Zeitpunkt des Ovulation stattfindet, ist unter dem Aspekt der Genitalinfektion ein kritischer Moment. Ein komplexes Abwehrsystem existiert daher in der Archimetra, welches, wie die anderen archimetralen Funktionen, vom Ovar gesteuert wird. Die Geb√§rmutterh√∂hle wird mit Makrophagen besiedelt, die durch das Makrophagen-chemotaktische Protein 1 (MCP-1) des Endometriums angelockt werden. Die Besiedlung mit Makrophagen erreicht in Zyklusmitte ein Maximum. Vom Endometrium wird in der Proliferationsphase ein Mucopolysaccharid abgesondert (MUC-1), bei dessen Fehlen Laboratoriumstiere Genitalinfektionen bekommen. Ab dem Zeitpunkt des Eisprungs wird die Archimetra mit wei√üen Blutk√∂rperchen durchsetzt, die w√§hrend der Gelbk√∂rperphase vom Stratum subvasculare durch das endometriale Stroma zum epithelialen Endometrium wandern. Das uterine System zur Infektabwehr entfaltet demnach seine h√∂chste Aktivit√§t zum Zeitpunkt des Eisprunges und danach, so da√ü die Implantation des Embryos und die Entwicklung der Schwangerschaft in einer praktisch keimfreien Geb√§rmutter erfolgt.
Es werden auch in die Geb√§rmutterh√∂hle eindringende Spermien als fremd erkannt und vom Infektabwehrsystem attackiert. Zum Schutz vor Makrophagen werden daher Spermien durch die peristaltische Pumpe des Uterus in einem Tropfen Zervixschleim aus dem Geb√§rmutterhalskanal in den Schleim des uterusnahen Anteils des Eileiters transportiert, so da√ü Spermien normalerweise keinen unmittelbaren Kontakt mit dem Organismus bzw. dem Abwehrsystem der Frau haben. Auf diese Weise sind die f√ľr die Befruchtung vorgesehenen Spermien vor Makrophagen und der Organismus der Frau gleichzeitig vor der Bildung von Antik√∂rpern gegen Spermien gesch√ľtzt. In der Geb√§rmutter verbliebene und nicht von Schleim umh√ľllte Spermien werden von den Makrophagen schnell phagozytiert und zerst√∂rt.

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Gerhard Leyendecker