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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  5.3 Veränderungen der Archimetra bei Frauen mit Endometriose:        5.3.2 Die uterine Peristaltik ist gestört. Es besteht eine Hyper- und Dysperistaltik

5.3.1 Die Archimetra ist verbreitert und wuchert durch gesteigerte Proliferation

Die Archimetra wuchert mit allen ihren Bestandteilen, der Schleimhaut und der Muskulatur des Stratum vasculare, in die darunter liegenden Schichten vor und kann sogar durch die Gebärmutterwand nach außen durchbrechen. Diese Wucherungen zeigen das Bild einer Endometriosis genitalis interna oder Adenomyose (Abbildung 7; histologische (feingewebliche) Untersuchung). Die infiltrative Expansion der Archimetra kann vaginalsonographisch und durch Magnetresonanz nachgewiesen werden (Abbildung 8). Der normalerweise 3-4 mm breite "Halo" ist infiltrativ in die darunterliegende Schicht expandiert. Auf zellulärer Ebene lassen sich sog. Proliferationsmarker (Proteine, die vermehrtes Wachstum anzeigen) nachweisen, und in der Zellkultur geben Endometriumszellen von Frauen mit Endometriose vermehrt den Tumormarker CA 125 als Ausdruck einer vermehrten Proliferation in die Blutbahn ab.




Abbildung 7: Mikroskopischer Schnitt des Uterus. Er zeigt das Vorwuchern von Drüsen des Endometriums in die darunter liegende Muskulatur. Es handelt sich hierbei um das histologische Bild der Adenomyose. Pathologen haben jedoch definiert, daß erst dann eine Adenomyose vorliegt, wenn die adenomyotischen Knoten mindestens ein mikroskopisches Feld in hoher Auflösung vom normalen Endometrium entfernt liegt. Kleinere Infiltrationen des Endometriums werden so häufig in Schnitten des Uterus gefunden, daß sie als bedeutungslos angesehen werden und nicht die Diagnose einer Adenomyose rechtfertigen.




Abbildung 8: Verbreiterung des "Halo" in der Vaginalsonographie bei Endometriose (oben).
Diffuse Verbreiterung des "Halo" in der Magnetresonanz bei Endometriose. Es ist das typische Bild, wie es auch bei einer Adenomyose beobachtet wird (unten).




Abbildung 9: Hysterosalpingoszintigraphie in der mittleren Proliferationsphase bei einer gesunden und einer Frau mit Endometriose. Durch Hyperperistaltik werden radioaktiv markierte Partikel in der Größe von Spermien binnen weniger Minuten vom äußeren Muttermund durch Uterus und Eileiter in die Bauchhöhle transportiert.

  5.3 Veränderungen der Archimetra bei Frauen mit Endometriose:        5.3.2 Die uterine Peristaltik ist gestört. Es besteht eine Hyper- und Dysperistaltik
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Gerhard Leyendecker