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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  5.4 Modell fŁr die Entstehung der Endometriose        7 Symptome bei Endometriose

6 Von der Adenomyose zur Endometriose - die bevorzugten Stellen einer Endometriose (Pršdilektionsorte)

Adenomyotische Herde k√∂nnen durch die Wand des Uterus durchbrechen und zu einer massiven Endometriose f√ľhren. Der typische Ausbreitungsweg der uterinen Zellen, die das Potential zur Einnistung im Bauchraum haben, ist jedoch der √ľber die offenen Eileiter. Normale Zellen der Geb√§rmutterschleimhaut und solche mit einem ver√§nderten Wachstumspotential gelangen auf diese Weise w√§hrend des gesamten Zyklus von der Geb√§rmutterh√∂hle in den Bauchraum und auch w√§hrend der Menstruation (Abbildung 13).

Diese Zellen sammeln sich in den sog. abhängigen Partien (tiefsten Stellen) des Bauchraumes. Dies sind hinten der Raum zwischen Darm und Gebärmutter (Douglas'scher Raum), vorne der Raum zwischen Blase und Gebärmutter und seitlich Mulden, den Fossae ovaricae, in denen die Eierstöcke liegen (Abbildung 15).




Abbildung 15: Die Zellen des krankhaft veränderten Endometriums gelangen in die Bauchhöhle, wo sie sich an den tiefsten Stellen einnisten.

Das Einwachsen der Zellen h√§ngt von verschiedenen Faktoren ab, so von ihrer √úberlebensf√§higkeit au√üerhalb des urspr√ľnglichen Zellverbandes, ihrem Wachstumspotential und auch von dem Fehlen einer mechanischen Irritation, die das Einnisten verhindern k√∂nnten. Letzterem kommt neben dem Wachstumspotential offenbar eine entscheidende Bedeutung zu. Durch die K√∂rperbewegung und die Peristaltik der D√§rme gibt es im Bauchraum nur wenige Stellen, an denen eine ausreichende mechanische Ruhe herrscht, die das Einnisten erlaubt. Dies sind Orte, an denen kein D√ľnndarm liegt bzw. seine T√§tigkeit keine Irritation verursacht. Solche R√§ume entstehen auch unter dem Schutz der Geb√§rmutter, da sie diese R√§ume abdeckt. So finden sich Endometrioseherde bei einer anteflektierten (nach vorne geneigten) Geb√§rmutter geh√§uft in der Mulde zwischen Harnblase und Geb√§rmutter und bei einer retroflektierten (nach hinten geneigten) Geb√§rmutter geh√§uft im Douglas'schen Raum. Auch unter den Eierst√∂cken (Fossae ovaricae) und an den Eileitern finden sich solche gesch√ľtzten R√§ume bzw. Nischen mit guten Implantationsbedingungen. Bevorzugt finden sich auch Endometrioseherden auf und in den Eierst√∂cken sowie in L√ľcken und Einrissen des Bauchfells hinter der Geb√§rmutter (Allen-Masters-Syndrom). Durch mechanische Beanspruchung der Kreuzb√§nder (Lig. Sacro-uterina) entstehen auch hier Gewebsdefekte, in die sich Zellen einnisten und diese B√§nder zu einem bevorzugten Ort f√ľr Endometrioseherde machen (Abbildung 15).

Organ/Regionrechtslinks
Eierstöcke44%31%
Douglas'scher Raum34%
Fossa ovarica25%21%
Lig. Sacro-uterina21%15%
Tuben5%2%


Tabelle 6: Befall verschiedener Organe und Partien im kleinen Becken bezogen auf die prozentuale Häufigkeit.

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Gerhard Leyendecker