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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  6 Von der Adenomyose zur Endometriose - die bevorzugten Stellen einer Endometriose (Pršdilektionsorte)        7.1 Dysmenorrhoe

7 Symptome bei Endometriose

Die inneren Organe, wie Geb√§rmutter, die Eileiter und die Eierst√∂cke, werden normalerweise nicht gesp√ľrt. Eine gesunde Frau hat im kleinen Becken normalerweise keine Beschwerden, weder spontan auftretende, noch beim Verkehr und auch nicht bei einer gyn√§kologischen Untersuchung.

Die in der Bauchh√∂hle befindlichen inneren Organe sind gegen√ľber ihrer Umgebung, d.h. gegen√ľber anderen Organen und gegen√ľber der mit dem Bauchfell √ľberzogenen Bauchwand bei ihren Funktionen aber auch bei Bewegungen des K√∂rpers frei verschieblich. (Abbildung 16). Es kommt daher nicht zu Zugspannungen am Bauchfell und an den Organen selbst, die als Organschmerz empfunden w√ľrden.




Abbildung 16: Verschieberäume (gelb) zwischen den Organen im kleinen Becken und eine elastische Aufhängung des Uterus mittels seiner Bändern bewirken schmerzlose Beweglichkeit.

Die Geb√§rmutter ist mit vier B√§ndern am kn√∂chernen Becken fixiert. Die runden Mutterb√§nder (Ligamenta rotunda) ziehen beidseits in H√∂he des Abgangs der Eileiter nach vorne zum Leistenkanal, w√§hrend die Kreuzbeinb√§nder (Ligamenta sacro-uterina) rechts und links in H√∂he des √úbergangs vom Geb√§rmutterk√∂rper (Isthmus uteri) zum Geb√§rmutterhals hinten jeweils am Darm vorbei zum Kreuzbein ziehen. Die Verbindung zur Blase ist etwa 2 cm breit und liegt vorne am Isthmus. Sie wird durch eine bandartige Bindegewebsverst√§rkung gebildet. Im √ľbrigen sorgt lockeres Bindegewebe unter dem Bauchfell, welches im Bauchraum Blase und Geb√§rmutter √ľberzieht, daf√ľr, da√ü bei F√ľllung und Leerung der Harnblase kein Zug am Bauchfell und an der Geb√§rmutter auftritt (Abbildung 16).

Die elastische Aufh√§ngung der Organe im kleinen Becken sowie die Verschieblichkeit der Organe zueinander sorgen daf√ľr, da√ü bei einer gyn√§kologischen Untersuchung und auch beim Geschlechtsverkehr keine Zugspannung und Zerrung auftritt. Insbesondere das hintere Scheidengew√∂lbe, d. h. der Raum in der oberen Scheide zwischen Geb√§rmutterhals und Darm ist aufgrund der Verschieblichkeit der Gewebsschichten zueinander schmerzfrei dehnbar.

Schmerzen bei der Endometriose r√ľhren daher, da√ü die freie Verschieblichkeit der Organe zueinander durch Endometrioseherde, durch Narbenbildungen sowie Verwachsungen beeintr√§chtigt oder ganz aufgehoben wird. Hinzu kommen Entz√ľndungprozesse im Bereich der Endometrioseherde selbst mit der Freisetzung von Prostaglandinen, die als Gewebshormone an der Schmerzentstehung beteiligt sind (Abbildung 17).




Abbildung 17: Endometrioseherde an der Blasenumschlagsfalte und zwischen Uterus und Darm haben die Verschieberäume zerstört. Außerdem bestehen ein Endometriom des Ovars und Verwachsungen der Adnexe.


Das Beschwerdebild bei Endometriose ist allerdings sehr vielgestaltig. Manche Frauen haben keinerlei Beschwerden trotz z.T. massiver Befunde. Bei anderen Frauen liegt nur eine leichte Endometriose vor, aber die Beschwerden und die allgemeine Beeinträchtigung sind erheblich. Das Beschwerdebild hängt häufig von der Lokalisation der einzelnen Endometrioseherde ab, aber eine direkte Korrelation zwischen Ausprägung der Endometriose und der klinischen Symptomatik besteht nicht. Selbst in Fällen, in denen eine Endometriose hinter der Gebärmutter in die Scheide durchbricht, was in der Regel erhebliche Schmerzen, besonders beim Verkehr hervorruft, kann das Beschwerdebild gering sein. Im einzelnen können folgende Beschwerden vorliegen:

  6 Von der Adenomyose zur Endometriose - die bevorzugten Stellen einer Endometriose (Pršdilektionsorte)        7.1 Dysmenorrhoe
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Gerhard Leyendecker