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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  7 Symptome bei Endometriose        7.2 Dyspareunie

7.1 Dysmenorrhoe

Von vielen Frauen werden während der Regel krampfartige Beschwerden im Unterleib empfunden, die vielfach als normal angesehen werden. Manche Frauen sind daran gewöhnt, am Anfang der Regelblutung Schmerzmittel einzunehmen. Bei manchen Frauen sind die Beschwerden so stark, daß sie zu dieser Zeit arbeitsunfähig sind und zur Bettlägerigkeit gezwungen werden. Die Beschwerden können so stark sein, daß Übelkeit und Erbrechen hinzukommen.

Bei der Regelblutung treten normalerweise nicht zu sp√ľrende Kontraktionen des Geb√§rmuttermuskels auf, um die abgesto√üene Schleimhaut zusammen mit dem Menstrualblut nach au√üen abzusto√üen. Bei diesen Vorg√§ngen des Absto√üens der Schleimhaut werden Prostaglandine freigesetzt.
Die Dysmenorrhoe, die bei jungen Frauen bereits sehr fr√ľh nach dem Einsetzen der Regelblutung auftritt (sog. prim√§re Dysmenorrhoe im Vergleich zur sekund√§ren Dysmenorrhoe, die sp√§ter bzw. erst nach Geburten auftritt) wurde bisher ausschlie√ülich als funktionelle St√∂rung infolge einer gesteigerten Freisetzung von Prostaglandinen angesehen. Es mehren sich jedoch Hinweise, da√ü es sich um strukturelle Ver√§nderungen im Bereich der Geb√§rmutterwand im Sinne der Adenomyose handelt, so da√ü Prostaglandine der Schleimhaut in tieferliegende Schichten der Geb√§rmuttermuskulatur gelangen und dort krampfartige Kontraktionen ausl√∂sen. So ist es auch verst√§ndlich, da√ü trotz Beseitigung von Endometrioseherden im Bauchraum h√§ufig eine Dysmenorrhoe fortbesteht.

Ohne Zweifel geht die Dysmenorrhoe nicht nur von den Ver√§nderungen innerhalb der Geb√§rmutter aus. Das Gewebe der Endometrioseherde steht wie die Geb√§rmutterschleimhaut unter der hormonalen Kontrolle der Eierst√∂cke. Infolgedessen machen die Endometrioseherde im Zyklus zumindest zum Teil die Ver√§nderungen der normalen Geb√§rmutterschleimhaut mit, d.h. es kommt zum Ende des Zyklus in den Herden wie in der normalen Schleimhaut zur Freisetzung von Prostaglandinen und anderen Gewebshormonen, die Entz√ľndungsprozesse f√∂rdern und unterhalten. Wenn solche Endometrioseherde sich zudem an Gewebsstrukturen angesiedelt haben, die nat√ľrlicherweise immer wieder, u. a. bei Bewegungen, einer Zugspannung ausgesetzt sind, wie z. B. die Sacrouterinb√§nder, die die Geb√§rmutter elastisch im Becken verankern, dann k√∂nnen von diesen Herden verst√§rkte Beschwerden w√§hrend der Regelblutung ausgehen.

Fr√ľher wurde die sekund√§re Dysmenorrhoe als ein typisches Symptom f√ľr die Entwicklung einer Endometriose angesehen. Bauchspiegelungen haben gezeigt, da√ü bei 50% der jungen Frauen mit prim√§rer Dysmenorrhoe eine Endometriose vorliegt. Da jedoch die Endometriose ein nicht immer obligates Sekund√§rph√§nomen des prim√§ren Krankheitsprozesses auf der Ebene der Geb√§rmutter ist, mu√ü davon ausgegangen werden, da√ü die Dysmenorrhoe (wenn nicht andere Erkl√§rungen vorliegen wie z.B. ein Myom innerhalb der Geb√§rmutterh√∂hle) auf adenomyotische Ver√§nderungen der Geb√§rmutter hinweist.

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Gerhard Leyendecker