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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  7.6 Blutungs- und Zyklusstörungen        8 Untersuchungsbefunde bei Endometriose

7.7 Unerfüllter Kinderwunsch (Sterilität)

Es ist ohne weiteres verständlich, daß Endometriosezysten im Eierstock, Verwachsungen der Eileiter und Verwachsungskonglomerate im kleinen Becken den tubo-ovariellen Funktionskomplex beeinträchtigen. Häufig ist der Eisprung selbst gestört und selbst wenn er stattfindet, dann kann das Ei nicht vom Eileiter aufgefangen werden. Sterilität ist in einer solchen Situation plausibel.
Häufig ist es jedoch der unerfüllte Kinderwunsch, der zur Diagnose Endometriose führt. Ohne Beschwerden mit Ausnahme vielleicht einer Dysmenorrhoe, die als normal angesehen wird, und bei einem regelmäßigen Zyklus mit durch Basaltemperatur, Ultraschalluntersuchungen und Hormonanalysen nachgewiesenem Eisprung und trotz regelmäßigen Verkehrs bei normalem Samenbefund tritt über Jahre hinweg keine Schwangerschaft ein. Auch eine Unterleibsentzündung ist nicht erinnerlich. Die zum Ausschluß eines Tubenverschlusses durchgeführte Bauchspiegelung ergibt durchgängige und frei bewegliche Eileiter. Als einziger Befund werden vereinzelte Endometrioseherde gefunden. In der Annahme, daß diese Herde für die Sterilität verantwortlich seien, werden sie verkocht oder andere Verfahren beseitigt und im Anschluß daran eine gegen Endometriose gerichtete Hormontherapie begonnen. Nach Beendigung dieser Therapie bleibt die Sterilität bestehen. Es ist demnach nicht die Minimal-Endometriose im Bauchraum, sondern der gestörte Samentransport infolge der Dysperistaltik für die Sterilität verantwortlich.

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Gerhard Leyendecker