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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  2 Definition: Was ist Endometriose?        4 Die heute vorherrschenden Theorien zur Entstehung der Endometriose

3 Häufigkeit

Trotz der unzähligen Berichte über die Endometriose in der Literatur liegen genaue Zahlen über die Häufigkeit ihres Auftretens in der weiblichen Bevölkerung nicht vor. Einer amerikanischen Statistik zufolge hat sich die Anzahl der wegen einer Endometriose durchgeführten Hysterektomien (Gebärmutterentfernungen) im Zeitraum von 1964 bis 1984 verdoppelt. Mehr als 20% aller Hysterektomien wurden 1984 wegen einer Endometriose durchgeführt. Dieser Anteil dürfte bis heute noch weiter angestiegen sein.

Die definitive Diagnose einer Endometriose erfordert in der Regel einen operativen Eingriff (z.B. eine Laparoskopie). Daher werden Endometriosen bei Frauen gehäuft beobachtet, bei denen ein bestimmtes Beschwerdebild einen solchen Eingriff rechtfertigt. So haben junge Frauen mit einer schweren Dysmenorrhoe in etwa 50% eine Endometriose. Bei Frauen mit langjährigem unerfülltem Kinderwunsch findet sich in etwa 30% eine Endometriose. Sie ist dann meist asymptomatisch und daher häufig nur ein Zufallsbefund im Rahmen der Sterilitätsabklärung.

Frauen, die ohne Schwierigkeiten schwanger geworden sind, leiden in der Regel nicht an einer Endometriose. Allerdings können sich Endometriosen erst nach Schwangerschaften entwickeln. Auch hier wird eine operative Diagnose meist nur dann gestellt, wenn das Beschwerdebild eine Operation rechtfertigt. Viele Frauen tolerieren allmählich aufgetretene, häufig eher unbestimmte Mißempfindungen im Unterleib, hinter denen sich eine Endometriose verbergen kann, so daß eine operative Abklärung nicht erfolgt. Etwa 30% aller Frauen, die sich 10 Jahre und länger nach der letzten Geburt mittels einer Bauchspiegelung haben sterilisieren lassen, wiesen eine, allerdings in der Regel geringgradige Endometriose auf. Da bei diesen Frauen die Indikation zur Bauchspiegelung lediglich der Wunsch nach Sterilisation war, hatten offenbar keine oder zumindest keine gravierenden Beschwerden vorgelegen.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die Endometriose eine relativ häufige Erkrankung in der weiblichen Bevölkerung ist. Während fertile junge Frauen nach internationalen Daten nur mit einer Häufigkeit von 1-4% eine Endometriose aufweisen, nimmt die Häufigkeit auch bei fertilen Frauen mit der Vergrößerung des zeitlichen Abstandes zur letzten Geburt zu. Frauen mit einer Sterilitätsproblematik oder mit Dysmenorrhoen weisen in 30-50% eine Endometriose auf. Es ist zu vermuten, daß eine erhebliche Dunkelziffer besteht, so daß die Endometriose erheblich häufiger ist als angenommen. Viele Frauen tolerieren Beschwerden als "normal", so daß eine Abklärung der Beschwerden nicht erfolgt und damit die Diagnose einer möglichen Endometriose unterbleibt.

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Gerhard Leyendecker