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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  9 Einteilung nach Schweregraden        11 Zum Problem der Sterilitšt und Subfertilitšt bei Endometriose

10 Die weitere Entwicklung der Adenomyose/Endometriose

Die Beckenendometriose hat ein vielgestaltiges Erscheinungsbild. Die Herde k√∂nnen frisch sein, mit Zeichen einer entz√ľndlichen R√∂tung infolge Hyper√§mie der Umgebung, sie k√∂nnen √§lter sein und vernarben. Eine Endometriose kann fortschreiten, sie kann auch "ausbrennen" und zwar nicht erst in der Postmenopause, wenn die Ovarialfunktion erloschen ist, sondern bereits im reproduktionsf√§higen Alter. Infiltrative Endometriosen k√∂nnen sich massiv entlang den Sacrouterinb√§ndern bis zur Beckenwand ausbreiten, sie k√∂nnen aber auch auf einem erreichten Niveau, wenn auch zumeist dauerhaft schmerzhaft, verharren. Es gibt Frauen mit einer operativ oder durch Magnetresonanz diagnostizierten massiven Adenomyose mit einer geringgradigen oder komplett vernarbten, inaktiven Endometriose. Andere Frauen mit massiver Endometriose k√∂nnen nur geringf√ľgige Zeichen einer adenomyotischen Infiltration aufweisen.

Bei der Adenomyose gibt es offenbar ein kontinuierliches Fortschreiten allerdings unterschiedlicher Dynamik mit zunehmendem Alter der Frau. Zwangsläufig muß sie zunächst als Bezirk kleiner Infiltration beginnen und dann in die Tiefe wachsen.

F√ľr die Entwicklung einer Endometriose aus adenomyotischen Ver√§nderungen und das weitere Bestehen einer Endometriose sind mehrere Bedingungen erforderlich:


  1. Der proliferativ aktive Teil der Adenomyose mu√ü so gelegen sein, da√ü zur Implantation und zum infiltrativen Wachstum bef√§higte Zellen und Gewebsfragmente durch Hyper- und Dysperistaltik abgeschilfert werden, Zugang zur Geb√§rmutterh√∂hle haben und von dort √ľber die Eileiter in den Bauchraum gelangen. Je oberfl√§chlicher der aktive Herd liegt, desto gr√∂√üer ist die Wahrscheinlichkeit, da√ü solche Zellen durch retrograde Menstruation oder Hyperperistaltik in die Bauchh√∂hle gelangen. Mit fortschreitender Adenomyose und dem tieferen Eindringen des aktiven Herdes in das Myometrium wird die Abschilferung von Zellen und Gewebsfragmenten und deren Vordringen durch die engen Dr√ľsenschl√§uche der adenomyotischen Knoten zur Geb√§rmutterh√∂hle immer unwahrscheinlicher, so da√ü ein "Nachschub" an aktivem Gewebe in die Bauchh√∂hle ausbleibt und die Endometriose "ausbrennt", es sei denn, die Endometriose ist durch tiefe Infiltration im kleinen Becken, z.B. in den Sacro-uterin-B√§ndern oder im Retrozervikalbereich (Bereich hinter dem Geb√§rmutterhals) zu einem komplett selbst√§ndigen Proze√ü, einer "externen Adenomyose" geworden. Auch die Adenomyose selbst kann inaktiv werden mit den oben beschriebenen Folgen.

  2. Durchbricht eine Adenomyose mit ihrem aktiven Herd die Gebärmutterwand nach außen, dann resultiert durch peritoneale Ausschwemmung vieler aktiver Zellen eine massive Endometriose.

  3. Das Wiederauftreten (Rezidiv) oder die Persistenz einer Endometriose nach einer medikament√∂sen oder operativen Therapie kann auf dem Neueinschwemmen von aktivem Gewebe aus uterinen adenomyotischen Ver√§nderungen, auf dem Wiederaufbl√ľhen w√§hrend einer hormonalen Therapie nur ruhender Endometrioseherde oder dem Wuchern von mikroskopisch kleinen Endometrioseherden beruhen, die zwangsl√§ufig √ľbersehen werden..


Diese Überlegungen zeigen, daß das Auftreten und die Persistenz des "Sekundärphänomens" Endometriose von mehreren Faktoren abhängt und sich insgesamt eine sehr vielgestaltige Beziehung zwischen Adenomyose und externer Endometriose ergibt.

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Gerhard Leyendecker