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Endometriose

  Inhaltsverzeichnis

  14.2 Späterer Kinderwunsch; Linderung der Beschwerden;        14.4 Schmerzbeseitigung unter Verzicht auf Organerhalt

14.3 Linderung der Beschwerden; Verhinderung des Fortschreitens der Läsionen;

Grundsätzlich unterscheidet sich das Vorgehen in dieser Situation nicht von dem im vorangehenden Abschnitt. Hier ist es der prinzipielle Wunsch nach Organerhalt. Im vorherigen Kapitel war es der noch nicht erfüllte Kinderwunsch, der den Organerhalt erfordert.

In der modernen Gynäkologie hat sich in den letzten Jahren ein Paradigmenwechsel vollzogen und zwar insofern, als dem Organerhalt ein größerer Wert beigemessen wird als früher. Während noch vor Jahren Frauen ab einem gewissen Alter und bei abgeschlossenem Kinderwunsch bei den unterschiedlichsten operativen Indikationen die Entfernung der Gebärmutter und eventuell auch der Eierstöcke empfohlen wurde, wird heute dem Organerhalt ein großer Wert beigemessen. Dies hat dazu geführt, daß z.B. ein Uterus myomatosus auch bei abgeschlossener Familienplanung nicht als Indikation zur Hysterektomie gilt, sondern, falls möglich und sinnvoll, der Eingriff auf eine Myomenukleation beschränkt wird.

Der genannte Paradigmenwechsel ist sicherlich z.T. bedingt durch das endoskopische, minimal invasive Operieren. Aber auch die Assistierte Reproduktion, die heute die Erfüllung von Kinderwunsch in früher aussichtslosen Situationen ermöglicht, hat zur Entwicklung eines mehr konservativen Operierens beigetragen. Dieser geänderten Einstellung der operativen Gynäkologie entspricht die zunehmende Haltung von Frauen selbst, die Wert auf körperliche Integrität d.h. Unversehrtheit legen.

Im Falle der Endometriose sollte daher ein sorgfältiges Gespräch stattfinden, inwieweit Organerhalt bei gleichzeitiger Linderung oder Beseitigung der Beschwerden möglich ist.

  14.2 Späterer Kinderwunsch; Linderung der Beschwerden;        14.4 Schmerzbeseitigung unter Verzicht auf Organerhalt
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Gerhard Leyendecker