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Hyperprolaktinämie

  Inhaltsverzeichnis

  3. Klinik der Hyperprolaktinämie        5. Therapie der Hyperprolaktinämie

4. Diagnostik der Hyperprolaktinämie

Klinische Hinweise für eine Keimdrüsenfunktionsstörung, Galaktorrhoe oder Zeichen des Östrogenmangels bei der Frau sowie Libido- und Potenzverlust beim Mann bzw. Hinweise für eine hypothalamische-/hypophysäre Erkrankung stellen eine Indikation für die PRL-Bestimmung dar, die meist diagnostisch ist. Von einigen Autoren wird ein Stimulationstest mit Tyrotropin-Releasing-Hormon oder Metoclopramid zur Aufdeckung einer latenten Hyperprolaktinämie empfohlen (Tab. 6). Bevor eine weitere Diagnostik durchgeführt wird, ist eine medikamentös induzierte Hyperprolaktinämie auszuschließen. Mit Hilfe einer basalen TSH-Bestimmung wird darüber hinaus die Schilddrüsenunterfunktion (primäre Hypothyreose) als Ursache der Hyperprolaktinämie ausgeschlossen. In der Regel wird die Hyperprolaktinämie ausschließlich anhand erhöhter basaler PRL-Spiegel diagnostiziert.

Bei hypothalamisch bedingter Hyperprolaktinämie liegen die PRL-Spiegel fast immer unter 250 µg/l bzw. 5.000 mE/l. Auf der anderen Seite schließen PRL-Spiegel unter 250 µg/l ein Prolaktinom nicht aus. Deshalb hat nach Ausschluß der anderen Ursachen der Hyperprolaktinämie, in jedem Fall eine anatomische Abklärung des sellären und suprasellären Bereichs mit bildgebenden Verfahren zu erfolgen (siehe Tab. 6).

I.Prolaktinsekretion
 a) Basales Prolaktin
b) Suppressionstest
c) Stimulationstest
- meist diagnostisch
- nicht indiziert
- möglicherweise zum Nachweis einer latenten Hyperprolaktinämie
II.Differentialdiagnose
 a) Höhe des Prolaktinspiegels
b) Medikamentenanamnese
c) Basales TSH
d) Bildgebende Verfahren der Sella bzw. des Suprasellarraumes
- > 250 µg/l ist auf Tumor hinweisend
- Dopamin-Antagonisten
- Hypothyreose
- Tumorgröße und -lokalisation
III.Bildgebende Verfahren
 a) Seitliche Schädelaufnahme- sofort erhältlich, nur vorläufig
 b) Kernspintomographie
(Nuclear magnetic resonance = NMR)
- Methode der Wahl
 c) Computertomographiealternative Methode
 d) Gesichtsfelduntersuchung durch den Augenarztfür follow up-Untersuchungen


Tab. 6: Diagnostisches Vorgehen bei Hyperprolaktinämie

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Gerhard Leyendecker