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Hyperprolaktinämie

  Inhaltsverzeichnis

  1.3 Prolaktinfreisetzung        2.1 Prolaktinproduzierender Hypophysentumor; Prolaktinom

2. Ursachen der Hyperprolaktinämie

Wir unterscheiden physiologisch und pathologisch erhöhte PRL-Spiegel (Hyperprolatiämie). Die physiologische Hyperprolaktinämie wird nur bei Frauen während der Schwangerschaft und des Wochenbettes bzw. der Stillphase (Lactation) beobachtet, wogegen die pathologische Hyperprolaktinämie zwar häufiger bei Frauen, aber auch beim männlichen Patienten beobachtet wird.

Die Hyperprolaktinämie ist die am weitesten verbreitete Hypophysenfunktionstörung des Menschen. 3 verschiedene Mechanismen können zur Hyperprolaktinämie führen:


  1. Der PRL-produzierende Hypophysentumor (Prolaktinom)
  2. Eine verminderte zentralnervöse (hypothalamische) Hemmung der Prolaktinzellen des HVL und
  3. Eine vermehrte zentralnervöse (hypothalamische) Stimulation der Prolaktinzellen, die die physiologische Hemmung der PRL-Sekretion überwiegt.


Im folgenden sollen die einzelnen Ursachen der Hyperprolaktinämie (Tab. 2) und die daraus folgende Klinik sowie die Therapie abgehandelt werden.


  1. Autonome hypophysäre Prolaktinsekretion
    1.1 Mikroprolaktinom
    1.2 Makroprolaktinom

  2. Gestörte hypothalamische Dopaminfreisetzung oder Transport zu der lactotrophen HVL-Zelle
    2.1 Hypothalamische Tumoren (Kraniopharyngiome)
    2.2 Hypophysentumore ("Pseudoprolaktinom")
    2.3 Granulomatöse Erkrankungen der basalen Meningen (z. B. Sarkoidose)
    2.4 Trauma (Hypophysenstielabriß)

  3. Stimulation der lactotrophen Zelle, die physiologische Inhibition überwiegend
    3.1 Hypothyreose (TRH)

  4. Pharmokologische Substanzen
    4.1 Dopaminrezeptor-Antagonisten (Benzamide, Phenothiazine, Butyrophenone)
    4.2 Monoamindepletoren (Reserpin)
    4.3 Monoaminsynthese-Hemmer (Alpha-Methyldopa)
    4.4 Monoamin-uptake-Hemmer (trizyklische Antidepressiva)
    4.5 Östrogene (hohe Dosierung)
  5. Andere Ursachen
    5.1 Nierenversagen (Rezeptordefekt an der lactotrophen Zelle)
    5.2 Lebercirrhose (Neurotransmitter-Dysfunktion?)
    5.3 Erkrankung der vorderen Thoraxwand

  6. Ektope Prolaktinsekretion (extrem selten)
  7. Idiopathische funktionelle Hyperprolaktinämie


Tab. 2: Ursachen der Pathologischen Hyperprolaktinämie

  1.3 Prolaktinfreisetzung        2.1 Prolaktinproduzierender Hypophysentumor; Prolaktinom
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Gerhard Leyendecker