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Wirkungsweise von Hormonen

  Inhaltsverzeichnis

  2. Woher weiß die einzelne Zelle überhaupt, was sie zu tun hat?

1. Einleitung

In unserem Körper kreisen mit dem Blut zahlreiche Stoffe, die nach ihrer Herkunft, ihrer chemischen Beschaffenheit und ihrer Funktion auf den ersten Blick eigentlich wenig gemeinsam haben: Insulin entstammt der Bauchspeicheldrüse, ist eine Eiweißverbindung und reguliert den Blutzuckerspiegel. Östrogene werden überwiegend in den Eierstöcken produziert, sind Abkömmlinge des Cholesterins und führen zur Ausprägung eines weiblichen Erscheinungsbildes. Adrenalin wird aus den Nebennieren freigesetzt, leitet sich von der Aminosäure Tyrosin ab und erhöht den Blutdruck. Auch wenn in dieser kurzen Aufzählung längst nicht alle Wirkungen der erwähnten Stoffe berücksichtigt wurden, wird doch eines deutlich: Die Sekrete verschiedener Drüsen greifen sehr weitgehend in zahlreiche Körper- und Organfunktionen ein. Ihre Klassifizierung als »Hormone« stammt von dem Physiologen Ernest Henry Starling (1866 - 1927), obwohl dessen ursprüngliches Hormon-Beispiel, das Sekretin, später wieder aus dieser Stoffklasse herausgenommen worden ist. Die Hormonforschung und deren Umsetzung in die klinische Praxis bilden heute einen eigenen Wis-senschaftszweig, die Endokrinologie. Ihr Einfluß in der Medizin ist allgegenwärtig, denn ohne die »Antreiber« (grch.: hormeo, »ich treibe an«, »ich errege«), die auch unter der Bezeichnung »Botenstoffe« bekannt sind, kommt wohl kein Organ, kein Gewebe, keine Zelle und keine Körperfunktion aus. Um das zu verstehen, ist es sicherlich dienlich, sich unter anderem auch mit den verschiedenen Wirkungsweisen von Hormonen zu beschäftigen.

  2. Woher weiß die einzelne Zelle überhaupt, was sie zu tun hat?
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Gerhard Leyendecker