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Wirkungsweise von Hormonen

  Inhaltsverzeichnis

  3.4 Hormonale Rückkoppelung: Wie wird der weibliche Zyklus reguliert?        3.6 Substitutionstherapie: Östrogene mit rein vitalisierenden Funktionen

3.5 Hormonale Kontrazeption: Wie der Zyklus "ausgeschaltet" wird

Da durch die Sexualsteroidhormone aus den Eierstöcken an die übergeordneten Steuerorgane notwendige Informationen übermittelt werden, um den ovariellen Zyklus regulieren zu können, bedeutet jede Zufuhr solcher Sexualsteroide von außen einen Eingriff in einen hormonalen Regelkreis. Genau das will man mit oralen Kontrazeptiva, d. h. mit der Antibaby-Pille erreichen. Denn indem man dem Organismus synthetische Sexualsteroidhormone nach einem bestimmten Schema zuführt, wird dem Hypothalamus die volle Aktivität der Eierstöcke vorgetäuscht. Der Hypothalamus reagiert indem er gegenreguliert, d. h. er unterdrückt die Signale auf der Schiene Hypothalamus -> Hypophyse -> Ovarien um die Aktivitäten der Keimdrüsen zu bremsen. Unter diesen Bedingungen ist die Follikelreifung gestört, so daß der Eisprung ausbleibt und eine Empfängnis somit auch nicht stattfinden kann. Zudem werden unter einer Therapie mit oralen Kontrazeptiva eigene Östrogene nur in sehr verringertem Umfang gebildet.

Der ovarielle Zyklus und damit auch die ovarielle Hormon-Produktion kommt zum Erliegen, wenn die Dynamik der Hormon-Sekretion fehlt. Denn wenn GnRH aus dem Hypothalamus nicht episodisch auf die Hypophyse einwirkt, wird deren Aktivität herunterreguliert. Man erreicht das, indem GnRH kontinuierlich zugeführt wird. Prinzipiell läßt sich dieser Effekt zur Empfängnisverhütung ausnützen. In der Praxis wird die Methode jedoch eher angewandt, wenn es aus anderen medizinischen Gründen wie z. B. bei Endometriose-Patientinnen opportun erscheint, die Ovarien vorübergehend ruhig zu stellen.

  3.4 Hormonale Rückkoppelung: Wie wird der weibliche Zyklus reguliert?        3.6 Substitutionstherapie: Östrogene mit rein vitalisierenden Funktionen
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Gerhard Leyendecker