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Wirkungsweise von Hormonen

  Inhaltsverzeichnis

  5. Wie wird die biologische Aktivität von Hormonen reguliert?        5.2. Steroidstoffwechsel: Wie sich Zellen Hormone selbst herstellen

5.1. Inaktivierung: Proteohormone werden im Blut verändert

Bei den meisten Proteohormonen wie z. B. beim FSH hängt die biologische Aktivität u. a. auch ganz wesentlich von einer Zucker-Komponente (der Chemiker nennt sie Kohlenhydrat-Komponente), die dem Protein-Gerüst angehängt ist, ab. Zudem wird die Kohlenhydrat-Komponente benötigt, um die zirkulierenden Proteohormone nach einiger Zeit wieder aus dem Blut zu entfernen. Das geschieht durch die enzymatische Abspaltung eines bestimmten Zucker-Restes, der Sialinsäure. Solcherart "verstümmelte" Proteohormone können an Rezeptoren auf Leberzellen binden. Allerdings dient diese Art der Hormon-Rezeptor-Bindung lediglich der Elimination des Hormons mittels eines Mechanismus, der als Endozytose bezeichnet wird.

Veränderungen der Kohlenhydrat-Gruppen werden mit den meisten herkömmlichen Analysen-Verfahren nicht erfaßt. Denn man kann solche inaktiven Hormone beispielsweise mit spezifischen Antikörpern gegen das entsprechende Hormon nachweisen, obwohl sie eigentlich aufgrund einer Modifikation in der Kohlenhydrat-Komponente gar nicht mehr das ursprüngliche Molekül und somit inaktiv sind. Man berücksichtigt das, indem die Hormon-Dosis in bestimmten pharmazeutischen Präparaten wie z. B. bei FSH-Präparaten nicht in Gewichts- sondern in Aktivitätseinheiten angegeben wird.

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Gerhard Leyendecker