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Wirkungsweise von Hormonen

  Inhaltsverzeichnis

  5.1. Inaktivierung: Proteohormone werden im Blut verändert        5.3. Bioverfügbarkeit: Freie und gebundene Steroidhormone

5.2. Steroidstoffwechsel: Wie sich Zellen Hormone selbst herstellen

Steroidverbindungen werden in zahlreichen Geweben verstoffwechselt, d. h. das Steroidmolekül wird unter Mitwirkung bestimmter Enzyme verändert (Abb. 8).


Abb. 8


Abbildung 8: Alle Steroidhormone sind Abkömmlinge des Cholesterins: Östrogene entstehen aus Androgenen. Diese werden wiederum nur aus Gestagenen gebildet. Die Umwandlung der Steroidhormone ist eine "Einbahnstraße". Neben der Bildung von Östrogenen und Androgenen in den Eierstöcken bzw. Hoden findet ihre Bildung auf lokaler Ebene in zahlreichen Organen bzw. Geweben statt.

Das kann einerseits bedeuten, daß biologisch aktive Hormone wie Estradiol und Testosteron in unwirksame Metaboliten umgewandelt werden. Andererseits kann aber auch das genaue Gegenteil der Fall sein: Estradiol als auch Testosteron werden von etlichen Zellen, in denen sie benötigt werden, aus biologisch wenig aktiven, zumeist aber inaktiven Abkömmlingen erst hergestellt. Die beteiligten Enzyme konnten in den meisten Geweben bzw. Organen nachgewiesen werden. Von Testosteron kann in bestimmten Geweben wie insbesondere in den Talgdrüsen sogar ein noch viel aktiveres Molekül, das Dihydrotestosteron, gebildet werden.

Diese sogenannte periphere Umwandlung von Steroidhormonen ist für die biologische Aktivität der entsprechenden Hormone äußerst bedeutsam. Allerdings entzieht sich die lokale Verfügbarkeit der Hormone weitgehend der Kontrolle durch die gängigen Analysen-Verfahren. Überraschungen sind daher vorprogrammiert, wenn z. B. klinisch beobachtbare Hormon-Wirkungen nicht mit dem gemessenen Hormon-Spiegel im Blut in Einklang zu bringen sind. Ebenso gibt das Ausbleiben erwarteter Hormon-Effekte zum Teil Rätsel auf, die Ihre Erklärung auch im lokalen Steroid-Metabolismus finden können.

  5.1. Inaktivierung: Proteohormone werden im Blut verändert        5.3. Bioverfügbarkeit: Freie und gebundene Steroidhormone
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Gerhard Leyendecker