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Wirkungsweise von Hormonen

  Inhaltsverzeichnis

  2.3. Universalstrukturen: Proteine bestechen durch Formenvielfalt        3. Wann ist ein Hormon ein Hormon, und wann ist ein Hormon eigentlich gar kein Hormon?

2.4. Molekulare Botschaften: ... to whom it concerns

Oberstes Steuerorgan ist das zentrale Nervensystem (ZNS), das aus Gehirn und Rückenmark besteht. Seine Anweisungen kann das Gehirn auf zweierlei Wegen an die entsprechenden ausführenden Organe (Erfolgsorgane) senden: Überall dort, wo es darauf ankommt, gegebenenfalls sehr schnell reagieren zu können, sind "elektrische Leitungen" verlegt, über die Anweisungen gezielt an einzelne oder wenige gleiche Adressaten übermittelt werden. Solche Nervenfasern erreichen insbesondere alle jene Muskeln, die unserem Willen unterliegen und ihre Dichte ist um so höher, je feiner abgestimmt Bewegungen auszuführen sind. Umgekehrt wird das ZNS aber auch über sensible Nervenfasern darüber informiert, was sich in der Peripherie abspielt.

Seine Kontrolle über Funktionen wie den Stoffwechsel, den Wasserhaushalt und die Reproduktion übt das Gehirn insbesondere mit Hilfe von Hormonen aus. Diese chemischen Botenstoffe benützen das "öffentliche Verkehrsnetz", d. h. sie lassen sich gemeinsam mit einer Vielzahl anderer Stoffe mit dem Blutstrom überallhin verbreiten. Infolgedessen sind solche Signale nicht zielgerichtet wie Nervenimpulse, sondern sie gleichen eher Radiowellen, die vielerorts empfangen werden können, sofern Empfangsgeräte vorhanden sind, die auf den entsprechenden Sender eingestellt sind. Molekulare Botschaften erreichen praktisch alle Zellen, sie werden aber nur von den Zellen registriert, für die sie bestimmt sind.

Steuerfunktionen mittels Hormonen gehen nicht nur vom Gehirn aus. Beispiele hierfür sind die Nebenschilddrüsen und das Inselorgan der Bauchspeicheldrüse. Durch deren Hormone werden Stoffwechselprozesse reguliert. Weniger bekannt ist, daß beispielsweise auch das Herz und die Nieren sowie eine Reihe weiterer Organe bzw. Gewebe Hormone produzieren.

  2.3. Universalstrukturen: Proteine bestechen durch Formenvielfalt        3. Wann ist ein Hormon ein Hormon, und wann ist ein Hormon eigentlich gar kein Hormon?
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Gerhard Leyendecker