Ferticon  
 
Wirkungsweise von Hormonen

  Inhaltsverzeichnis

  3.1 Begriffsbestimmung: Was ist eine Hormon-Wirkung?        3.3 Klassischer Regelkreis: Wie der Blutzuckerspiegel reguliert wird

3.2 Steuerfunktionen: Wann haben Hormone Signalcharakter?

Um eine Funktion regulieren können, müssen zumindest zwei getrennte Stationen wechselseitig miteinander in Kontakt stehen: Das ausführende Organ - auch als Erfolgsorgan bezeichnet - erhält über einen Signalweg von einem übergeordneten Organ die Anweisung, eine bestimmte Funktion zu aktivieren. Solche Direktiven können logischerweise nur dann einen Sollwert der Aktivierung einregulieren, wenn das übergeordnete Organ über den Funktionszustand des Erfolgsorgans unterrichtet wird. Das ist unabdingbar mit einem retrograden Signalweg verbunden.

Zu den in Frage kommenden Signalen, die von übergeordneten Stellen an Erfolgsorgane und umgekehrt ausgesandt werden, gehören insbesondere auch chemische Botenstoffe, welche ihre Adressaten in erster Linie über den Blutweg erreichen. Daß von Wissenschaftlern in diesem Zusammenhang gerne der Begriff "Signalstoffe" verwandt wird, verdeutlicht explizit, daß ein Informationsaustausch stattfindet. Das stellt natürlich betimmte Anforderungen an die Natur der Signale: Schon die Erfahrungen des täglichen Lebens lehren, daß alle potentiellen Signalträger wie z. B. Licht, Töne und eben auch Botenstoffe nur dann Signalcharakter haben, wenn sie spezifischen Veränderungen unterliegen: Mit einer Ampel, die ständig "grün" zeigt, läßt sich kein Verkehr regeln. Durch einen allgegenwärtigen, gleichförmigen Dauerton läßt sich kein Alarm auslösen. Und ebenso wenig lassen sich mit konstant hohen Hormon-Spiegeln Zellfunktionen steuern - auch wenn das selbst in der einschlägigen Fachliteratur immer wieder so ausgedrückt wird. Dabei sollte man es besser wissen, zumal man sich in der Praxis eines Effektes bedient, bei dem durch Erzeugung konstant hoher Hormon-Spiegel der weibliche Zyklus sozusagen abgeschaltet wird (siehe 3.5.).

Das Wesen eines Steuerhormons ist es, daß es nur dann "auftaucht", wenn es gebraucht wird, und daß es "verschwindet", wenn die Funktion erfüllt ist. In der Realität schwanken die Hormon-Spiegel oberhalb einer basalen, kontinuierlich vorhandenen Menge des jeweiligen Hormons. Ferner ist es ohne weiteres einleuchtend, daß Steuersignale unzweideutig sein müssen. Wie könnten sie das aber sein, wenn mit ein und demselben Signal gleichzeitig verschiedene Funktionen gesteuert werden sollten?

  3.1 Begriffsbestimmung: Was ist eine Hormon-Wirkung?        3.3 Klassischer Regelkreis: Wie der Blutzuckerspiegel reguliert wird
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Gerhard Leyendecker