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Pränataldiagnostik

  Inhaltsverzeichnis

  Einleitung        1.1 Ziel und Vorgehensweise

1. Ultraschall im ersten Schwangerschaftsdrittel

1.1 Ziel und Vorgehensweise

Gemäß den Vorgaben der Mutterschaftsrichtlinien in der BRD vom 1.4.1995 erfolgt die routinemäßige erste Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche.
Bei diesem ersten Ultraschall werden folgende Fragen beantwortet:


  • Hat sich die Schwangerschaft in der Gebärmutter eingenistet?

  • Ist ein lebender Embryo nachweisbar?

  • Handelt es sich um eine Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft?

  • Entspricht die Entwicklung der Schwangerschaft dem angenommenen (rechnerischen) Schwangerschaftsalter?
  • Ist eine Korrektur des voraussichtlichen Entbindungstermines notwendig?

  • Gibt es frühe Hinweiszeichen für eine mögliche Fehlentwicklung des zu erwartenden Kindes?


Unter besonderen Fragestellungen ist im Einzelfall auch eine Untersuchung zu einem früheren Zeitpunkt notwendig.
Bis zur 14.Schwangerschaftswoche ist die Beurteilung der Fruchtanlage durch die Ultraschall-Untersuchung von der Scheide her am sinnvollsten. Durch hochauflösende Schallköpfe bei geringen Artefakten können so mehr und genauere Informationen über den Zustand der Schwangerschaft gewonnen werden.
Die Fortentwicklung der bildgebenden Ultraschallverfahren ermöglicht es, nun bereits im späten ersten und frühen zweiten Schwangerschaftsdrittel die Organe des Feten detalliert darzustellen. Dies erlaubt, bereits früh in der Schwangerschaft nicht nur Fehlbildungen zu diagnostizieren, sondern auch morphologische Marker für strukturelle und chromosomal bedingte Anomalien darzustellen. Studien zur Frühdiagnostik von fetalen Entwicklungsstörungen ergaben, daß etwa 60% der im zweiten Schwangerschaftsdrittel diagnostizierbaren Anomalien sonographisch bereits am Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels auffällig sind. Diese Ergebnisse wurden allerdings in spezialisierten Ultraschallzentren erzielt und können daher nicht generell auf die Routineuntersuchungen in der Frauenarztpraxis übertragen werden.
Eine besondere Bedeutung hat diese erste Ultraschalluntersuchung beim Vorliegen von Mehrlingen. Denn nur in frühen Schwangerschaftswochen kann mit hoher Sicherheit eine Mehrlingsschwangerschaft in gesondert gewichtete Risikogruppen mit unterschiedlicher Betreuung und unterschiedlichem Management bei Komplikationen eingeteilt werden.

Abb. 1
Abb.1 Normale Ultraschalldarstellung des Feten in der 9.SSW.

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Gerhard Leyendecker