Ferticon  
 
Pränataldiagnostik

  Inhaltsverzeichnis

  4.1. Methoden und Wertigkeit        4.3. Fruchtwasserpunktion

4.2. Chorionzottenbiopsie

Bei der Chorionzottenbiopsie wird unter Ultraschallsicht durch die Bauchdecke eine Gewebe- probe aus der Plazenta entnommen. Dies ist ab der 10. Schwangerschaftswoche möglich. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Erreichbarkeit der Plazenta. Wegen der geringen Dicke der Punktionsnadel wird nur relativ wenig Gewebe gewonnen. Dies reicht aber in der Regel für eine Chromosomenanalyse aus. Selten ist jedoch eine Wiederholung der Biopsie bzw. eine Fruchtwasserpunktion zu einem späteren Zeitpunkt notwendig. Die eingesandte Probe wird unmittelbar nach Eingang im Labor unter einem Mikroskop von mütterlichem Gewebe befreit und gereinigt. Danach erfolgt bei ausreichender Gewebemenge eine Direktpräparation der Zotten sowie das Anlegen einer Langzeitkultur. Nach der Direktpräparation liegt durch die sich schnell teilenden Zellen ein erstes Ergebnis bereits ca. 2-3 Tage nach der Durchführung der Untersuchung vor. Allerdings sind kleinere Strukturanomalien oft erst nach einer Langzeitkultur, die etwa 2 Wochen erfordert, zu erkennen.
Vorteil dieser Methode ist ein rasch vorliegendes Ergebnis in früher Schwangerschaftswoche.
Nachteil ist vor allen Dingen ein gegenüber der Fruchtwasserpunktion etwas höheres Fehlgeburtenrisiko, das mit etwa 1-2% angenommen wird. Außerdem kommt es in ca. 2 –5 % der Fälle durch natürlich vorliegende Genmosaike der Plazentazellen zu unklaren Befunden. Diese machen eine spätere Abklärung durch eine Fruchtwasserpunktion notwendig.
Ablauf: Der Chorionzottenbiopsie geht eine eingehende Ultraschalluntersuchung voraus, wobei das Schwangerschaftsalter und die Lage von Fet und Plazenta kontrolliert werden. Im Vordergrund steht dabei die Suche nach weiteren, durch die genetische Abklärung nicht zu erkennende Störungen der kindlichen Entwicklung, z.B. Fehlbildungen. Aufgrund des oftmals relativ frühen Untersuchungszeitpunktes gelingt dies in der Regel nur bei sehr groben Anomalien. Nach Desinfektion der Bauchdecke wird unter Ultraschallsicht die Plazenta punktiert. Etwa 10 Minuten später erfolgt eine Ultraschallkontrolle und Sie können nach Hause entlassen werden. Dort sollten Sie 2- 3 Stunden ruhen und sich auch den Rest des Tages schonen. Am Folgetag können Sie sich wieder normal verhalten, sollten lediglich schwere körperliche Belastung noch einige Tage lang vermeiden.

  4.1. Methoden und Wertigkeit        4.3. Fruchtwasserpunktion
  Newsletter
  abonnieren?

Gerhard Leyendecker