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Myome der Gebärmutter (Online-Version)

  Inhaltsverzeichnis

  6.3 Fall Nr. 3: Planung und Durchführung der Operation        6.5 Fall Nr. 5: Großes solitäres Fundusmyom

6.4 Fall Nr. 4: Inkomplette Enukleation bei hysteroskopischem Vorgehen

Inkomplette Enukleation bei hysteroskopischem Vorgehen

Im Alter von 37 Jahren wurde die Patientin erstmalig wegen eines submukös/intrakavitär wachsenden Myoms hysteroskopisch (durch Gebärmutterspiegelung) operiert.

Folgendes Konzept stand hinter diesem Vorgehen: Oberflächliches Abtragen des Myoms von der Gebarmutterhöhle aus würde dazu führen, daß sich der Myomrest in die Gebärmutterhöhle hinein vorschieben würde. In einem zweiten (eventuell dritten) Eingriff könnte das Myom dann komplett entfernt werden.

Das Myom verhielt sich allerdings nicht wie erhofft. Nach drei Behandlungen und partiellen Abtragungen präsentierte es sich weiterhin als intramurales Myom mit submukös, intrakavitärer Vorwucherung (oben).

Ein frühzeitiges MRT hätte gezeigt, daß eine suffiziente Operation nur durch einen Bauchschnitt hätte durchgeführt werden können. Nach dieser Operation präsentierte sich im Ultraschall ein völlig normaler Uterus (re. unten).

Bei dieser Patientin war zur Erfüllung des Kinderwunsches wegen eines eingeschränkten Spermiogramms ein Verfahren der künstlichen Befruchtung indiziert (ICSI). Bedauerlicherweise befand sich die Patientin nach Sanierung des Uterus im Zustand der reduzierten ovariellen Reserve (siehe „große Broschüre“). Eine Schwangerschaft konnte nicht mehr erzielt werden.

Im Hinblick auf diesen Fall müssen zwei Aspekte beachtet werden:

1. Tiefe Verletzungen der Schleimhaut der Gebarmütter können zu einer Endometriose und Adenomyose führen. Dies läßt sich bei einer hysteroskopischen Myomentfernung nicht immer sicher vermeiden.

2. Ab einem Alter von spätestens 35 Jahren sollte möglichst ohne Verzug mit der eigentlichen Sterilitätstherapie begonnen werden. Eine sich über Jahre erstreckende „experimentelle“ minimal-invasive Therapie ist nicht zu verantworten.

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Gerhard Leyendecker