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Myome der Gebärmutter (Online-Version)

  Inhaltsverzeichnis

  6.7 Fall Nr. 7: Grenzen laparoskopischen Operierens I        6.9 Fall Nr. 9: ICSI-Behandlung bei Kartoffelsackuterus

6.8 Fall Nr. 8: Grenzen laparoskopischen Operierens II

Fall Nr. 8

Die 34-jährige Patientin mit Kinderwunsch bei Uterus myomatosus und Samenschwäche des Ehemannes wurde zunächst mit mehreren intrauterinen Inseminationen behandelt. Vor Beginn der Behandlung mit einem Verfahren der Assistierten Reproduktion (ICSI) wurde eine Myomenukleation als notwendig erkannt und die Patientin in eine Klinik eingewiesen.

Bei multiplen Myomen dauerte der laparoskopische Eingriff sieben Stunden mit einem station√§ren Aufenthalt der v√∂llig ersch√∂pften Patientin von mehr als einer Woche. Die Rekonvaleszenz betrug mehrere Wochen. Offenbar wurde die Operation mit gr√∂√ütem laparoskopischen Ehrgeiz durchgef√ľhrt.

Zur √úberpr√ľfung des postoperativen Ergebnisses wurde bei uns ein MRT veranlasst. Es zeigte sich ein intramurales Fundusmyom mit unmittelbarem Kontakt zur Schleimhaut. Neben kleineren unbedeutenden Myomen fand sich ein erbsgro√ües submuk√∂ses Myom.

Warum wurde das relativ gro√üe subser√∂se Fundusmyom belassen? Die plausibelste Erkl√§rung: Es wurde w√§hrend der Laparoskopie √ľbersehen, da es sich im Niveau der Wand des Fundus uteri befand. Bei einer Laparotomie h√§tte man es ertastet. Das kleine Myom nahe der Mucosa h√§tte, da es im Falle eines pr√§operativen MRT bekannt gewesen w√§re, √ľber einen kleinen transmuralen Schnitt ohne Verletzung der Mucosa extrahiert werden k√∂nnen.

Fazit: In diesem Fall wäre zweifelsohne eine Minilaparotomie das bessere Vorgehen gewesen. Während einer Operation von maximal 60 Minuten hätten sämtliche reproduktionsmedizinisch relevanten Myome entfernt werden können. Je nach den häuslichen Versorgungsmöglichkeiten wäre zwischen dem 2. und 5. postoperativen Tag die Entlassung aus stationärer Behandlung möglich gewesen.

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Gerhard Leyendecker