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Myome der Gebärmutter (Online-Version)

  Inhaltsverzeichnis

  5. Diagnose des Uterus myomatosus        6.1 Fall Nr. 1: Metrorrhagie bei Uterus myomatosus

6. Methoden der Behandlung

Embolisation: Sie ist für Frauen mit Kinderwunsch nicht geeignet.

Minimal invasive Verfahren: Hierzu gehören die Bauchspiegelung (Laparoskopie) und die Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie).

Es besteht kein Zweifel, daß heute bei manchen Operationen minimal- invasive Verfahren Standard sind: Gallenblase, Blinddarm, Eileiterschwangerschaften – um nur einige zu nennen. Aber auch manche Krebsoperationen werden heute minimal-invasiv durchgeführt. Auch mehr oder weniger große, durch Vorwölbung sichtbare Myome können laparoskopisch entfernt werden. Problematisch ist diese Technik bei multiplen Myomen und wenn diese tief intramural und submukös liegen.

Nicht selten stehen heute operativ tätige Gynäkologen unter dem Druck, Operationen, die eigentlich einen Bauchschnitt erfordern, laparoskopisch durchzuführen. Dieser Druck kommt auf verschiedene Weise zustande. Es ist zum einen die Erwartungshaltung von Patientinnen, daß Operationen grundsätzlich minimal-invasiv (ambulant) durchzuführen seien. Zum anderen wird auf Fortbildungsveranstaltungen häufig laparoskopische Artistik demonstriert, wobei die Operationen, die einen Bauchschnitt erfordern, geflissentlich bei diesen Veranstaltungen nicht demonstriert werden. Die Folge ist, daß das Nichtdurch- oder das nicht erfolgreiche Zuendeführen einer laparoskopischen Operation als operatives Versagen gilt. Hinzu kommt, daß in ambulanten Operationszentren auf Grund ihrer strukturellen Konzeption in der Regel nur minimal-invasiv, d.h. per Gebärmutter- und Bauchspiegelung operiert werden kann. Es befinden sich somit Operateure sowohl in Kliniken als auch ambulanten Operationszentren nicht selten aus mannigfachen Gründen in der Zwangslage, ungeeignete Fälle minimal-invasiv operieren zu müssen. Die Indikation zur minimal-invasiven Operation muss korrekt gestellt und die Technik selbstverständlich beherrscht werden. Erfahrene Operateure wissen, wann eine Operation noch laparoskopisch durchgeführt werden kann oder bereits eine Laparotomie (Bauchschnitt) erforderlich ist. Viele minimal-invasiv durchgeführte Myomoperationen können zu unbefriedigenden, z. T. auch mit Komplikationen behafteten Ergebnissen führen (Uterusrupturen).

Die folgenden Fallbeispiele werden zeigen, daß und wann es sinnvoll und notwendig ist, Myomenukleationen durch Bauchschnitt (Laparotomie) durchzuführen. Vorbereitung und Durchführung des Eingriffes müssen korrekt sein. Die operative Erfahrung ist ohne Zweifel entscheidend. Selbstverständlich kann ein solcher Eingriff schonend durchgeführt werden, so daß die Patientin nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen kann. Häufig bedarf es der Autorität eines erfahrenen Operateurs, die Patientin von der Notwendigkeit eines Bauchschnittes zu überzeugen.

  5. Diagnose des Uterus myomatosus        6.1 Fall Nr. 1: Metrorrhagie bei Uterus myomatosus
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Gerhard Leyendecker